Oldenburg - Den Vendée-Globe-Teilnehmern wünscht Moritz Herrmann für die letzten Seemeilen, dass „nichts mehr passiert“. Er spricht da aus Erfahrung. Der „reinste Bruchpilot“, wie er sich selber nennt, hat 2016 eine mehrjährige Weltumsegelung beenden und dabei sein geliebtes Boot „Fidel“ mitten im Indischen Ozean aufgeben müssen. Das Boot war manövrierunfähig, der Mast drohte umzustürzen. Herrmann saß an Bord und hatte sich entschlossen, die Yacht aufzugeben.
Nach ein paar ungemütlichen Tagen sah er den chinesischen Frachter „Pacific Spirit“, der ihn an Bord nahm. Herrmann ist der Crew noch immer in tiefer Dankbarkeit verbunden. Unmittelbar bevor er überstieg, öffnete er an der „Fidel“ das Seeventil, um das Boot untergehen zu lassen, damit es nicht herumtreibend eine Gefahr für andere Schiffe darstellt. Bereits zuvor war er nach einem Ruderbruch zwei Wochen lang im Atlantik getrieben, bevor ihn ein niederländisches Segelschiff an den Haken genommen und auf eine Karibikinsel geschleppt hatte.
