OLDENBURG - So mancher Boxsport-Interessierte staunt nicht schlecht, wenn er das erste Mal beim Training des Vereins Für Boxsport (VFB) Oldenburg in der Sporthalle der Wallschule an der Peterstraße vorbei schaut. Geben dort doch nicht nur fünf Trainer, sondern auch eine Trainerin den Ton an. Dabei wird schnell klar, dass der Rat und die Unterstützung von Katharina Lück gleichermaßen bei Jung und Alt gefragt ist.
Lück, die hauptberuflich als Bibliothekarin an der Universität Oldenburg tätig ist, kümmert sich nicht nur um die jüngsten Boxer und die weiblichen Kämpferinnen, sondern auch um die Senioren-Klasse. Sie bevorzugt das offene und ehrliche Wort, nimmt sich aber auch bei den verschiedenartigsten Problemen für Jedermann Zeit. So ist es auch nicht verwunderlich, dass sie bei dem Integrationsprojekt des VFB Bildung durch Boxen, für das der Verein bereits zweimal ausgezeichnet wurde, gemeinsam mit Cornelia Both und Elizabeth von Hauff eine wichtige Rolle einnimmt. Dabei steht sie den ausländischen Boxern nicht nur in Bildungsfragen, sondern auch bei Behördengängen und Angelegenheiten mit der Ausländerbehörde hilfreich zur Seite. Ausgestattet mit der Übungsleiter-C-Lizenz nutzt sie jede Gelegenheit, um sich fortzubilden. Zudem ist sie verantwortlich für die Betreuung der Homepage des VFB.
Seit vier Jahren gehört Lück dem VFB an. Zuvor sammelte sie als Kämpferin Erfahrungen im Kickboxen. Wobei die ehemalige Leistungsturnerin im Boxen nie selbst in den Ring stieg, sondern sich voll und ganz der Trainertätigkeit widmet. Zum Boxen ist ein überaus vielseitiges Kraft- und Konditionstraining nötig, erläutert Lück. Da ist der ganze Körper gefordert. Boxen ist eine sehr ehrliche Sportart das was du bist, zeigst du im Ring. Dort kannst du dich nicht verstellen. Beim Boxen wird nicht viel geredet, und das ist für mich ein komplettes Kontrast-Programm zu meinem Uni-Alltag.
Besonders intensiv kümmert sich Lück um den Box-Nachwuchs, zurzeit sind es über 40 Kinder. Unsere jüngsten Trainings-Gäste sind sechs und sieben Jahre alt, wobei sie aber erst ab zehn Jahren und 50 absolvierten Trainingseinheiten an den Wettkämpfen teilnehmen dürfen, erläutert die Trainerin. Zeigen sie dann entsprechendes Talent, nehmen wir sie relativ bald mit zu den Wettkämpfen. Diese Wettkämpfe sind zweifelsohne für alle die Highlights.
Neben zehn Frauen nehmen auch acht Mädchen regelmäßig am Training teil. Diese Zahl möchten wir allzu gerne erhöhen, betont Lück und ergänzt: Leider beschränken sich die Mädels derzeit nur auf das Training, vielleicht können wir aber im Laufe der Zeit die eine oder andere dazu bewegen, auch bei Wettkämpfen in den Ring zu steigen. Zwar gibt es zwei hoffnungsvolle Boxerinnen, Sultan und Bengisu, doch wurden für sie bislang keine Gegnerinnen gefunden.
Zufrieden zeigt sich Lück mit der Entwicklung im VFB Oldenburg: Mit Ulf Prange an der Vereinsspitze hat der Verein eine gute Entwicklung genommen. Leider hat sich Cornelia Both nicht wieder zur Wahl gestellt. Auch sie hat sehr gute Arbeit für den Verein geleistet.
