OLDENBURG - Er hat sein Ziel erreicht: Lutz Lohse nahm am Sonntag zum 25. Mal am Oldenburger City-Lauf teil. Dabei unterbot er zum 25. Mal die Zeit von 35 Minuten (34:21). Zudem gewann der 46-Jährige überlegen die Konkurrenz in seiner Altersklasse über zehn Kilometer (Männer 45). „Ich bin kaputt, aber zufrieden“, sagte er kurz nach dem Rennen bestens gelaunt.

Fit hält sich Lohse da, wo andere gerne Urlaub machen – auf der niederländischen Insel Texel. Nach seinem Studium in Oldenburg zog der Gymnasiallehrer vor 20 Jahren dorthin. Seitdem arbeitet er vor Ort auf einer Inselschule und trainiert unter anderem am Nordseestrand.

Einen Termin im Jahr hält er sich aber immer für Oldenburg frei, um nach Hause zu kommen, wie er es formuliert. Den City-Lauf hat er daher bislang kein einziges Mal verpasst. „Das Rennen ist für mich ein Gradmesser, wie schnell ich noch bin“, betont er mit Blick auf die starke Konkurrenz. Gewinnen sei zwar sehr schön, doch seien ihm seine Zeiten mindestens genauso wichtig.

Der Höhepunkt seiner Auftritte in Oldenburg war 1993. Vor 17 Jahren erkämpfte sich Lohse mit etwas mehr als 31 Minuten über zehn Kilometer Platz eins. Als er diese Marke einmal unterbot, wurde er jedoch „nur“ Vierter.

„Das war in meiner besten Zeit vor gut 20 Jahren“, blickt er zurück. Der Jubiläumslauf, so erzählt der Sportler, sei eigentlich ein guter Grund aufzuhören, doch das scheint er selbst nicht ganz zu glauben: „So lange ich nicht zu langsam werde, starte ich mit Sicherheit wieder.“ Den Wettkampf in diesem Jahr dürfte Lohse nicht nur wegen der Rekordzahl von knapp 3600 Teilnehmern in Erinnerung behalten. „Nur selten war das Wetter so saumäßig schlecht wie heute“, lautete sein Kommentar zum Dauerregen. Das habe Zuschauer gekostet, sei aber im Wettkampf kein großes Problem gewesen.

Im Anschluss an das Rennen wurde Lohse gemeinsam mit anderen Startern für seine City-Lauf-Treue ausgezeichnet. Organisator Martin Klar (OTB), der selbst von Beginn an dabei ist, ehrte die Läufer und überreichte ihnen eine Jubiläumstorte.

Eine Spitzenausdauer über ein Vierteljahrhundert bewies auch der Oldenburger Gerhard Böckermann, der mit der Nummer 25 ins Marathon-Rennen einstieg. „Ich bin sonst immer die zehn Kilometer gelaufen, doch dieses Mal habe ich ein paar Runden mehr gedreht“, berichtete er, freute sich über seine tolle Laufzeit und die „gute Strecke“. Auch seine sportliche Bilanz kann sich sehen lassen: Der 69-Jährige blieb unter vier Stunden. Das Geheimnis des Erfolgs: Gemeinsam mit seiner Ehefrau, die ihn über die Halbdistanz begleitete, tritt er als „Laufduo Oldenburg“ an. Brigitte Böckermann (67), die ebenfalls 24 Mal die zehn Kilometer absolvierte, entschied sich für den Halbmarathon. „Das hat sehr viel Spaß gemacht“, schwärmte sie.