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NWZonline.de Sport

Als Thomas Schaaf mich „alter Sack“ nannte

16.04.2018

Oldenburg Heutzutage ist ja viel von Konzept- und/oder Laptoptrainern die Rede. Taktik und System, Ballbesitz und Gegenpressing stehen im Vordergrund. Aber was bleibt eigentlich im Gedächtnis? Für mich waren und sind es immer die Begegnungen mit den so unterschiedlichen Menschen – ja, echten Typen. Und das waren nicht wenige.

„Rolli, das weißt du doch“ – Ich weiß und ich werde es nie vergessen. Thomas von Heesen antwortete als Trainer von Arminia Bielefeld so auf eine Frage (die mir entfallen ist) vor laufender Kamera – live. Einer von drei Trainern, die mich Rolli nannten und mich natürlich duzten, gleichwohl ich stets mit dem Sie die Interviews begann.

Rolf Fuhrmann kommentiert für NWZonline die Fußball-Bundesliga. Foto: Georg Wendt/dpa

Christoph Daum und Thomas Doll weigerten sich beharrlich, Rolf oder – wie die meisten – Rollo zu sagen. Ehrlich, mich hat es nie gestört. Eher amüsiert. Im Übrigen waren sie auch nach Niederlagen sehr eloquent, wenn auch Doll dazu neigte, oftmals dasselbe zu sagen, wie in der Vorwoche. Ich habe mich dann gefragt, warum mache ich frische Interviews. Nehmen wir doch die der Vorwoche. Ok, Spaß.

Felix Magath bleibt förmlich

Felix Magath pflegte mich mit ‚Herr Fuhrmann‘ zu begrüßen in einer leicht spöttischen aber doch sympathischen Art. Am letzten Spieltag der Saison 2007/2008 fragte er mich als Wolfsburger Trainer nach dem Sieg in Dortmund und dem Erreichen des UEFA-Cups auf der Pressekonferenz nach dem Spiel mit schelmischen Blick, ob denn schon Schluss sei. Sieben Jahre nach der Schalker ,Meister der Herzen‘-Geschichte bewies er Humor. Es hat den anwesenden Journalisten und mir ein Lächeln ins Gesicht geschrieben. Fortan, wenn er mich sah, hieß es: „Sie schon wieder, Herr Fuhrmann“, und ich dann: „Sie ja auch, Herr Magath“.

Speziell liefen auch die Gespräche mit Thomas Schaaf und Huub Stevens. Bei beiden war unbedingt vor der ersten Frage ein Blick in die Gesichter erforderlich, um ihre Laune und den vermeintlichen Gemütszustand zu erforschen. So positiv und charmant wie möglich habe ich dann versucht, ihnen eine passable Antwort zu entlocken.

Thomas Schaafs spezielle Glückwünsche

Bei meinem 60. Geburtstag war das allerdings im Weserstadion nicht nötig. Thomas Schaaf begrüßte mich mit den Worten: „Wusste gar nicht, dass du schon so ein ,alter Sack‘ bist. Das Interview lief sehr rund.

Huub Stevens dagegen grantelte meist, wenn auch durchaus mit dem Schalk im Nacken. Als beim Spiel seines HSV in Wolfsburg zwei Spieler jeder Mannschaft vom Platz geflogen waren, war er nach dem Match mit keinem der Platzverweise einverstanden und fragte mich, wie ich das denn sehe. Ich sagte ihm, dass alle – meines Erachtens nach – berechtigt waren.

Huub knurrte und schimpfte, worauf ich mir die Bemerkung nicht verkneifen konnte, dass wir ja zum Glück in einer Demokratie lebten und jeder sagen könne, was er denke. Spätestens nach dem gemeinsamen Auftritt bei Markus Lanz im Februar 2017 sind wir beide dicke Freunde. Und die Schalker Vier-Minuten-Meisterschaft von 2001 hat er mir auch längst verziehen.

Hans Meyer, Ewald Lienen – und Beate Rehhagel

Hach, es sind schon starke und kompetente Typen und Trainer. Hans Meyer, der die Interviews stets mit den Worten begann: „Gehen sie mal davon aus…“. Otto Rehhagel, bei dem man nie wusste, ob er oder seine Frau Beate die Aufstellung machte. Ewald Lienen, Jürgen Klopp, Jupp Heyn­ckes.

Die Reihe ließe sich durchaus noch fortsetzen. Viele Erlebnisse. Die Zigarette vorm Spiel mit Holger Stanislawski, die charmante Plauderei mit Armin Veh oder der sachlich, fachliche Talk mit Matthias Sammer. Ich bedanke mich im Nachherein bei allen für die lehrreiche und wunderschöne Zeit. Es war großartig mit Euch, das weiß ich doch!

Hallo, hallo: Alle Kolumnen von Rolf Fuhrmann auf NWZonline finden Sie hier.

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