OLDENBURG/ELSFLETH -
Allein ETB-Torhüterin Tanja Speckels machte eine gute Figur. Der VfL war mit einer sehr starken Truppe angetreten.
OLDENBURG/ELSFLETH/TOG - Zwei Erfolge in Serie konnten die Handballerinnen des Elsflether TB in der Nordseeliga jüngst bejubeln. Erst die Gala gegen Spitzenreiter BV Garrel (28:23), danach der recht wirtschaftlich eingefahrene Erfolg gegen Schlusslicht SV Höltinghausen (27:20). Am Selbstbewusstsein hätte es den Schützlingen von Patrick Tulikowski demnach nicht mangeln dürfen, als es gestern Nachmittag zum Gastspiel zum VfL Oldenburg III ging. 60 Minuten später waren alle aktiv und passiv Beteiligten schlauer – der Elsflether TB kassierte bei der „Dritten“ eine 10:27-Klatsche.„Heute haben einfach viele Faktoren nicht gepasst“, sagte Tulikowski nach Spielende. Es ging mit dem Baumwachs los („Backe“). „Der VfL III gehört zu den Mannschaften, die Backe benutzen. Wir sonst überhaupt nicht. Daher haben wir uns wohl auch die übermäßig vielen technischen Mängel zu Beginn geleistet“, vermutete der Coach. Patrick Tulikowski ließ die Eigenart des Balles jedoch keinesfalls als Entschuldigung für den Auftritt gelten.
Zweitens lief der VfL gestern mit einem extrem starken Kader auf. Neben Thalke Bitter, der Schwester von Nationalmannschafts-Keeper Johannes Bitter vom SC Magdeburg, und Ariane Monhaupt, die am Ende beide acht Tore geworfen hatten, liefen auch noch routinierte Spielerinnen wie Bianca Kannegießer (ehemals Mävers) sowie Kerstin Klossek-Hempen auf. „Schon namhafte Akteure, aber mehr Gegenwehr wäre möglich gewesen“, monierte Tulikowski.
Drittens: Mit dieser schlagkräftigen Truppe konnte der VfL III einen Abwehrverbund knüpfen, an dem sich die Elsfletherinnen die Zähne ausbissen. Der Gastgeber hätte dermaßen aggressiv (aber keinesfalls unfair) gespielt, dass der ETB-Angriff überhaupt nicht zum Zuge gekommen sei, so „Tuli“. Durch das antizipative Abwehrverhalten der VfL- Außen seien Iris Lammers und Vanessa Schröter (beide ohne Treffer) quasi aus dem Spiel genommen worden – und im ETB-Rückraum waren Heinke Mehrtens, Janine Matschei sowie Anja Bleckmann auf sich selbst angewiesen, da die Außen als Anspielstationen fehlten. Und gegen den massiven VfL-Mittelblock kam der ETB-Rückraum nicht in Tritt.
Von einer 4:3-Führung zog der VfL auf 11:3 davon, später vom 12:4 zum 19:4 (!). „Zwar hatten wir auch ein bisschen Pfostenpech, der VfL war dennoch um Längen überlegen“, sagte Tulikowski. Er wollte die Beste in seinen Reihen aber nicht vergessen: „Unsere Torfrau Tanja Speckels hat noch Schlimmeres verhindert.“
ETB: Speckels; Mehrtens (4), Bleckmann (3/1), Matschei (3/1), Lammers, Schröter, Eggers, Rambau.
Spielstationen: 3:0 (5.), 4:3 (15.), 11:3 (25.), 12:4 (30.), 19:4 (39.), 20:7 (43.), 24:8 (52.), 27:10 (30.).
