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NWZonline.de Sport

Sprungwurf in die Gaming-Welt

29.06.2018

Oldenburg Wenn die EWE Baskets Oldenburg am 16. September ihre Bundesliga-Mannschaft beim „Baskets Day“ vorstellen werden, dann laufen nicht nur großgewachsene Profi-Athleten auf. Der Basketball-Bundesligist präsentiert das neueste Mitglied seiner Familie: Acht bis zehn junge Männer (und vielleicht auch Frauen) werden sich den Fans präsentieren, die mit klassischem Sport nicht unbedingt etwas zu tun haben müssen: Sie spielen Basketball auf der Playstation – als eSport-Team der EWE Baskets. Die Oldenburger sind der vierte Bundesligist, der das „Daddeln“ auf der Konsole ins eigene Angebot aufnimmt.

Daddeln? Baskets-Projektleiter Timo Kersten wehrt sich gegen den Begriff: „Wir machen mehr als das: Unser Team trainiert dreimal in der Woche, und das auf höchstem Niveau.“ Einstudierte Laufwege der Spieler und eigene Spielsysteme, die vielleicht sogar von Coach Mladen Drijencic beigesteuert werden – so soll das Team Erfolg auf dem Bildschirm haben. Wobei die Baskets Erfolg nicht mit „Gewinnen um jeden Preis“ definieren wollen.

Baskets wollen Vorreiter im eSport sein

Die Oldenburger wollen vielmehr eine Vorreiterrolle einnehmen, den eSport salonfähig machen und neue Zielgruppen erreichen: „Der eSport eröffnet uns den Zugang zu neuen Zielgruppen und die Möglichkeit, zusätzliche Partner zu gewinnen“, sagt Marketingleiter Daniel Pleines: Bei der Übertragung können Firmenlogos eingeblendet werden, die sich zum Teil sogar auf dem Parkett oder den Trikots im Spiel wiederfinden können. „Wir befinden uns gerade in Gesprächen mit einigen Sponsoren“, so Pleines. Hauptsponsor EWE habe schon Unterstützung zugesagt.

„Mit eSports betreten wir einen faszinierenden und rasant wachsenden Markt“, analysiert Pleines. In der Tat: Die Umsätze, die mit professionellen Computer-Spielern erzielt werden, lagen 2017 weltweit bei 655 Millionen Dollar, für das laufende Jahr wird mit 900 Millionen gerechnet. Auf den großen Turnieren gewinnen die – zumeist jungen, männlichen – Spieler Preisgelder, die auch mal sieben- oder achtstellig sein können. Fast 400 Millionen Zuschauer schauten ihnen dabei über Livestreams im Internet zu. Gespielt werden dabei zumeist Echtzeit-Strategiespiele wie DOTA2 oder League of Legends, bei denen es um Fantasiewesen geht, die gegeneinander kämpfen müssen.

NBA2k-Spiele werden auf Twitch gestreamt

Die Baskets gehen bewusst einen anderen Weg. „Wir wollen unsere Identität wahren und bleiben im Sportbereich“, erklärt Pleines. Und da natürlich beim Basketball. Im Spiel NBA 2k, weltweiter Marktführer und seit Jahren der unumstrittene Platzhirsch unter den Basketball-Simulationen, wollen die Baskets online gegen andere Teams antreten – nicht nur, aber natürlich auch gegen die anderen Bundesligisten Bayern München, Skyliners Frankfurt und ratiopharm Ulm, die sich ebenfalls im eSport versuchen wollen. „Freundschaftliche Konkurrenz“ nennt Timo Kersten das Verhältnis zu den anderen Bundesliga-Teams.

So sieht eine eSport-Übertragung bei den Frankfurt Skyliners aus:

Eine eigene Liga wird es vorerst nicht geben, dafür aber Showspiele, die dann auch live auf Facebook oder dem Streaming-Dienst Twitch übertragen werden können. Und das soll sich so anfühlen wie eine echte Basketball-Übertragung im Fernsehen: Auf dem virtuellen Feld gibt es spektakuläre Aktionen zu sehen, Timo Kersten und ein Gast – vielleicht auch ein Basketballer aus dem Profi-Kader – werden das Spiel kommentieren. Die Playstation-Spieler selbst werden ebenfalls zugeschaltet: „Da spielen ja auch Emotionen eine große Rolle“, so Kersten. Und die sollen eingefangen werden – wenn nötig, per Webcam. Denn nicht immer werden alle Spieler zeitgleich vor Ort sein können.

eSport-Team sucht noch Spieler

Zwar haben die Baskets die Maxime ausgegeben, Spieler aus dem Norden bzw. Nordwesten aufnehmen zu wollen, und in einer ersten Anwerbungsrunde haben sie auch schon einige aus Niedersachsen und dem Oldenburger Umland gewonnen. Doch die jungen Männer zwischen 19 und 32 Jahren sind keine Profis. Sie bekommen kein Geld für ihren Einsatz und arbeiten oder studieren in erster Linie. Da wird es nicht immer gelingen, die fünf notwendigen Spieler an einem Ort zu versammeln, wenn ein Spiel ansteht.

Damit das Team immer in Mannschaftsstärke antreten kann, werden noch weitere Mitspieler gesucht. Bis 12. Juli können sich Videospieler aus Norddeutschland bei den Baskets bewerben. In gemeinsamen Trainingseinheiten mit dem Kern des Teams wollten sich die Verantwortlichen ein Bild von den spielerischen Fähigkeiten, aber auch vom taktischen Verständnis und Teamgeist machen, sagt Timo Kersten.

Ab September, wenn die neue Version des Spiels, NBA 2k19, herauskommt, wird das eSport-Team ins „Trainingslager“ gehen. Dann soll, dann muss viel gezockt werden: Denn jeder eSportler generiert seinen eigenen Basketballer mit bestimmten Fähigkeiten, die nach und nach verbessert werden können. Das aber funktioniert nur durch Spielen, Spielen, Spielen. Auch die virtuellen Basketballer müssen trainiert werden. Im Oktober, zum Start der Bundesliga-Saison, soll es auch für sie und ihre „Herren“ mit den Controllern in der Hand losgehen.

Christian Schwarz
Redakteur
Online-Redaktion
Tel:
0441 9988 2160

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