OLDENBURG - Der Oldenburger Fliegerhorst spielt eine tragende Rolle am Montagabend in dem Drama München 72, das der israelische Regisseur Dror Zahavi im August vergangenen Jahres hier mit den TV-Stars Heino Ferch, Benjamin Sadler und Bernadette Heerwagen in Szene setzte. Allerdings werden nur Insider Oldenburg erkennen, denn an dem Tower steht in schwarzen Buchstaben Fürstenfeldbruck. Der Film über das Terror-Attentat während der Olympischen Spiele in München 1972 wird am Montag, 19. März, ab 20.15 Uhr im ZDF gezeigt. Auch für die ab 21.45 Uhr anschließend folgende Dokumentation wurden einige Szenen in Oldenburg gedreht.
Das tragische Kapitel deutscher Geschichte während der Olympischen Spiele wird verknüpft mit den Erlebnissen der aus Essen kommenden jungen Polizistin Anna Gerbers (Bernadette Heerwagen). In Wirklichkeit hieß die Beamtin damals Anneliese Graes und musste im Olympischen Dorf mit dem Anführer des Terror-Kommandos sprechen. Sie zählte zu den 4000 Polizisten während der Spiele im Olympischen Dorf.
Im Film lernt sie dort den jungen Polizisten und Hubschrauberpiloten Michael Bruckner (gespielt von dem Stuttgarter Tatort-Kommissar Felix Klare) kennen. Der damalige Außenminister Hans-Dietrich Genscher wird von Stephan Grossmann verkörpert. Und der aus Bremerhaven stammende Heino Ferch spielt den Münchner Polizeipräsidenten Dieter Waldner, der damals in Wirklichkeit Manfred Schreiber hieß. Über seine Rolle sagte Heino Ferch: Fasziniert hat mich, dass dieses Drehbuch die Hilflosigkeit und das Versagen des gesamten Sicherheitsstabs der Olympischen Spiele von 1972 thematisiert und erzählt, wie es durch die Unerfahrenheit und die Fehleinschätzungen aller Beteiligten zu so einer unbeschreiblichen Katastrophe kommen konnte.
Auf dem Fliegerhorst wurde im August das tragische Finale dieses Terroraktes mit großem pyrotechnischen Aufwand gedreht. Dabei geht es um die auf dem Luftwaffenstützpunkt Fürstenfeldbruck gescheiterte Befreiung der israelischen Sportler. Bei der Terrorattacke 1972 starben insgesamt 17 Menschen, 15 davon in Fürstenfeldbruck.
