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Basketballer Dan Grunfeld Früherer Baskets-Profi erzählt gern von Oldenburg

Torben Rosenbohm

Oldenburg - Es war eine ganz besondere Mannschaft, die der damalige Trainer Don Beck in der Saison 2006/2007 ins Rennen der Basketball-Bundesliga schickte. Gleich drei Profis aus dem Team der EWE Baskets Oldenburg wechselten direkt vom College aus den USA an die Hunte. Einer von ihnen: Dan Grunfeld. Der damals 22-Jährige kam von der University of Stanford. An sein nur einjähriges Gastspiel in Oldenburg erinnert er sich heute noch gerne.

Das erste Profijahr

„Es war mein erstes Profijahr“, blickt Grunfeld im Gespräch zurück: „Daher hat es in meinen Erinnerungen stets einen besonderen Platz.“ Aber auch aus anderen Gründen löst der Gedanke an Oldenburg positive Gedanken aus: „Die Fans haben mich mit offenen Armen empfangen, und die Leute aus dem Club waren alle wundervoll. Ich habe sehr viel gelernt und erzähle heute noch gerne Geschichten über meine Zeit dort.“

Bewegte Geschichte

Der Vater von Dan Grunfeld, Ernie Grunfeld, gewann 1976 mit dem US-amerikanischen Basketballteam bei den Olympischen Sommerspielen in Montreal die Goldmedaille. Der aus Rumänien stammende Ernie Grunfeld war im Alter von neun Jahren mit seinen Eltern in die USA gekommen. „Seine Eltern haben beide den Holocaust überlebt“, sagt Dan Grunfeld, der die rumänische und die US-amerikanische Staatsbürgerschaft besitzt, über seine Großeltern. Die Großmutter von Dan Grunfeld wurde zweimal vom schwedischen Diplomaten Raoul Wallenberg vor der Ermordung bewahrt. Wallenberg setzte sich während des Zweiten Weltkrieges in Osteuropa für Juden ein, unter anderem beschaffte er ihnen gefälschte Dokumente.

Sportlich lieferte das damalige Team nur wenige positive Schlagzeilen. Der Blick auf den Kader, in dem beispielsweise Tyron McCoy, Desmond Penigar, D’Or Fischer und Terry Black standen, sorgte vor der Saison für große Erwartungen – am Ende verpassten die Baskets die Playoffs, Coach Don Beck wurde nach fünf Jahren an der Seitenlinie entlassen. „Wir hatten viel Talent im Team“, weiß Grunfeld noch heute: „Ärgerlich, dass es am Ende nicht gereicht hat. Es gab ein Auf und Ab, aber insgesamt war es eine gute Truppe.“  

Karriereende 2014

Sieben weitere Jahre lang war Grunfeld nach seinem Abschied aus Oldenburg im Profibasketball aktiv. „Drei in Spanien, vier in Israel“, zählt er auf: „Es war eine gute Zeit.“ 2014 war es vorbei mit der Jagd nach Punkten und Rebounds, die er in Oldenburg als zweitbester Werfer mit durchschnittlich 12,1 Punkten pro Partie ordentlich begonnen hatte. Den Kontakt zu ehemaligen Weggefährten aus seiner Oldenburger Zeit hat er nie abgebrochen. „Ich habe über all die Jahre beispielsweise Tyron McCoy, Doron Perkins, Wiebke Redlin, Don Beck und Ralph Held getroffen. Das war immer etwas Besonderes.“  

DEr übergang

An den Ort seines College-Abschlusses kehrte der heute 37-Jährige im Jahr 2014 zurück: An der University of Stanford machte er seinen MBA-Abschluss. Im Technologiesektor im Silicon Valley begann 2017 seine berufliche Laufbahn, zwischendrin gründete er ein Start-up und ist jetzt für eine Venture-Capital-Firma tätig. „Der Weg zurück an die Uni hat mir sehr geholfen, nach der Basketballkarriere direkt beruflich durchstarten zu können“, sagt Grunfeld, dessen Vater Ernie bis 2019 Präsident des NBA-Clubs Washington Wizards war.

Mit seiner Ehefrau Sam und seinem zweijährigen Sohn Solomon lebt Dan Grunfeld heute in der Bay Area in Kalifornien – und ist natürlich ein Basketballfan geblieben. „Ich schaue die Spiele in der NBA und am College so oft, wie es möglich ist.“ Und Corona? Die Pandemie geht natürlich auch an seiner Familie nicht spurlos vorbei. „Wir haben viel mehr Zeit zusammen verbracht, was großartig ist. Aber wir können unsere Familien an der Ostküste nicht so oft besuchen wie sonst, das ist bedauerlich.“

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