OLDENBURG - OLDENBURG - In der Reithalle herrscht angespannte Stille. Nur ein Schnauben und das dumpfe Auftreten von Hufen auf dem Hallenboden sind zu hören – und dann Applaus.
Es war wieder so weit: am Wochenende veranstaltete die Reit- und Fahrschule Oldenburg ihr Frühjahrsturnier. „Seit über 20 Jahren richten wir das Turnier schon aus“, erzählt der Vorsitzende des Reitvereins, Jan-Dirk Sanders. „Ausgeschrieben war der Wettbewerb für den Landkreis Oldenburg und befreundete Vereine. Die Höhepunkte sind das Stafettenspringen, das L-Springen und die Mannschaftsdressur. Es haben sich 500 Teilnehmer gemeldet.“
Eine Reiterin aus dem Gastgeberverein konnte sich besonders freuen. Anneke Dinklake holte in den Dressurprüfungen L-Trense den ersten und L-Kandarre den dritten Platz. Nervös war sie vor den Wettkämpfen nicht. „Ich bin schon so lange dabei, da ist man eher aufgeregt, wenn Freunde reiten und man selbst nur Daumen drücken kann“, berichtet die 24-Jährige. Seit 15 Jahren reitet sie in der Reit- und Fahrschule Oldenburg. „Ich liebe die Arbeit mit den Tieren und die Gemeinschaft im Verein“, erklärt sie. „An den Pferden mag ich die Bereitschaft zur Arbeit und ihre liebe Art.“
Nach zwei Jahren Reitunterricht bei Andreas Hunger nahm sie bereits an Turnieren teil. „Meine Eltern stehen da total hinter mir und kommen auch jedes Mal mit, wenn ich einen Wettkampf habe, obwohl ich nicht mehr zu Hause wohne und sie selbst gar nicht reiten.“ Dieses Jahr startete sie auf ihrem William, einem 7-jährigen Hannoveraner Wallach.
Für den ersten Platz bekam sie einen Geldpreis und einen Präsentkorb. „Wir sind glücklich, dass wir trotz der Konjunkturflaute so viele Sponsoren gewinnen konnten“, freut sich Sanders. Für William gab es eine Schleife und eine extra Portion Hafer. Doch auch für das leibliche Wohl der Reiter war gesorgt. „Die ersten Prüfungen beginnen schon morgens um acht. Wenn die Reiter um sieben ankommen, waren eine Stunde vorher schon Vereinsmitglieder hier, um sich ehrenamtlich um das Frühstück zu kümmern“, erklärt Sanders. Außerdem gab es in der Kantine Mittagessen sowie Torten und Kuchen.
Nachdem der letzte Preis überreicht war und die siegreichen Pferde ihre Extra-Portionen vertilgt hatten, war für Jan-Dirk Sanders noch lange kein Feierabend: „Die Halle muss wieder hergerichtet werden. Am Montag ist ja wieder regulärer Reitbetrieb.“
