OLDENBURG - OLDENBURG - Dass Fußball vor allem auch Kopfsache ist, bekommt besonders der VfL Oldenburg von Woche zu Woche in der Niedersachsenliga zu spüren. Seit nunmehr schon 360 Spielminuten wartet der in diesem Jahr noch tor- und sieglose Aufsteiger auf ein Erfolgserlebnis – mit dem Ergebnis, dass durch die Bürde des drohenden sofortigen Wiederabstiegs inzwischen das zu seeligen Landesligazeiten noch selbstbewusste, schnelle Spiel über die Außen in die Spitze fast völlig verschüttet worden ist.

„Ohne ein gewisses Risiko geht es einfach nicht, die Jungs müssen endlich ihre Köpfe frei kriegen, den momentanen Tabellenstand ausblenden und wieder mutiger nach vorn spielen“, hofft VfL-Coach Gerold Steindor darauf, dass seine Elf am Sonntag beim SC Langenhagen (15 Uhr) ihr verschüttetes Potenzial endlich wieder freilegt.

Dass auch der Tabellenzweite nach zuletzt zwei 0:1-Heimniederlagen 2005 noch nicht richtig in Tritt gekommen ist, sieht Steindor allerdings nicht unbedingt als gutes Omen an: „Klar, mögen auch sie etwas verunsichert sein, aber nochmal werden sie ihre Fans nicht enttäuschen wollen, sondern auf Wiedergutmachung sinnen.“ Doch schon im Hinspiel schlugen sich die VfLer gegen die Hannoveraner um Ex-Bundesliga-Profi Martin Groth (u.a. HSV) lange sehr gut, ehe ausgerechnet der Ex-VfLer Andree Wölm kurz vor Schluss den glücklichen 2:1-Sieg der Gäste markierte.

In intensiven Gesprächen unter der Woche hat Steindor seinen Spielern eingebläut, kompakter im zuletzt schwächelnden Mittelfeld zu stehen, mehr miteinander zu kommunizieren und bei Ballbesitz – auch ohne das Spielgerät – risikobereiter in die Laufwege zu gehen: „Was im Training klappt, muss endlich auch mal wieder im Spiel umgesetzt werden.“

Und vielleicht geht ja auch der Coach selbst am Sonntag ein gewisses Risiko ein, indem er sowohl personell als auch taktisch reagiert und Umstellungen vornimmt – es muss ja nicht gleich die neu einstudierte Viererkette sein. „Schau’n mer mal“, lässt sich Steindor vorab allerdings nicht in die Karten gucken.