OLDENBURG - OLDENBURG - Ebenso klar wie prekär ist die Ausgangslage vor dem Spitzenspiel der Fußball-Niedersachsenliga zwischen dem Tabellenvierten TSV Havelse und Spitzenreiter VfB Oldenburg: Für die Elf von TSV-Coach Jürgen Stoffregen geht es am Sonntag um 15 Uhr im heimischen Wilhelm-Langrehr-Stadion in Hannover-Garbsen wohl um die letzte Chance, noch einmal ernsthaft in die Titelvergabe eingreifen zu können – während das VfB-Team von Trainer Joe Zinnbauer mit einem Auswärtssieg vielleicht schon die am Ende entscheidenden Meter vor der lauernden Konkurrenz im Aufstiegsrennen gut gemacht hätte. Schon bei einem Remis droht allerdings der erneute Verlust der Tabellenspitze an Langenhagen, das an diesem Sonnabend in Bockenem antritt.

„Alle haben Havelse vor der Saison ganz oben erwartet, doch unerwartete Schwächeperioden haben die Mannschaft ein wenig zurückgeworfen“, weiß Zinnbauer. „Beim locker herausgespielten 3:0 gegen Ricklingen zeigte sich zuletzt aber, dass der TSV sich wieder im Aufwind befindet. Wir sind also gewarnt.“ Zu gerne würde der VfB den 1:0-Auswärtssieg aus der Vorsaison und das 3:0 aus der Hinrunde gegen die ambitionierten Havelser (TSV-Manager Joachim Hofmann: „Wir bauen hier was auf und wollen in zwei, drei Jahren wieder die zweite Kraft hinter Hannover 96 werden“) wiederholen. „Wir werden darauf achten, nicht ins Verderben zu laufen“, verrät Zinnbauer: „Aus einer starken Defensive heraus wollen wir in die Offensive kommen und dort konsequent unsere Chancen nutzen“, fügt er hinzu – wohl wissend, dass ein „heißer Tanz“ auf seine Mannschaft zukommen könnte: „Havelse hat eine stark offensiv ausgerichtete Mannschaft, die zudem spielerisch zu den stärksten Teams der Liga zählt. Da gilt es

gegenzuhalten.“ Besonderes Augenmerk sollte dabei auf Spielmacher Hannes Winzer gelegt werden, der immer wieder René Ney (10 Treffer) sowie die torgefährlichen Angreifer Daniel Njitraj (12) und Ahmed Kaya (11) geschickt in Szene setzt.

Klar ist auch, dass sich der VfB im Saisonendspurt trotz einer bereits verbesserten Form gegenüber dem Rückrundenstart weiter steigern muss. Die Mannschaft muss wieder druckvoller über die Flügel agieren, Torjäger Marcel Salomo effektiver einsetzen und nach einer Führung nicht plötzlich nachlässig werden. Letzteres gilt insbesondere für die Abwehr.

Fehlen wird gegen Havelse auf jeden Fall Mittelfeldspieler Matthias Pahlow, der von VfB-Mannschaftsarzt Dr. Albrecht Glüse am Knie operiert wurde. Für ihn ist die Saison beendet. Derweil sollte Marcel Salomo seine Schulterverletzung auskuriert haben. Einen guten Eindruck hinterließen zudem unter der Woche beim Einsatz in der Zweiten gegen den BV Bockhorn (5:3) René Robben (2 Treffer), David van der Leij (1) und Oktay Yildirim.