OLDENBURG - Wohin man auch schaut, beim VfB Oldenburg gibt es spätestens seit dem 2:1-Sieg im Derby gegen den SV Meppen vor knapp 5000 Zuschauern nur zufriedene Gesichter. Einziger Wermutstropfen war der Spielausfall am vergangenen Wochenende, durch den die Spieler von Trainer Joe Zinnbauer zu einer zweiwöchigen Zwangspause verdonnert worden waren. Doch an diesem Sonntag (14 Uhr, Marschwegstadion) soll im Heimspiel gegen den SV Bad Rothenfelde das „Unternehmen Herbstmeisterschaft“ weitergehen.

„Wir haben ganz ruhig trainiert, die Stimmung im Team ist natürlich glänzend – sie ist sogar noch besser als am Ende der Hinserie im Vorjahr“, berichtet Sebastian Ghasemi-Nobakht zufrieden schmunzelnd. Der VfB-Stürmer hatte vor allem mit seinen Flankenläufen und Torvorlagen großen Anteil an der Serie von inzwischen zwölf Spielen ohne Niederlage (30 Punkte, 35:7 Tore).

Dass er dabei von seiner vor der Saison angekündigten Wunsch-Trefferzahl von 20 mit zurzeit sechs Toren noch ein ganzes Stück weit entfernt ist, lässt den 23-Jährigen – anders als noch in der Vorsaison – kalt: „Da habe ich mich selbst einfach zu sehr unter Druck gesetzt“, betont Ghasemi-Nobakht und verweist ob dieses Sinneswandels vor allem auf das Einwirken von VfB-Physiotherapeut Andreas Haas: „Er ist eine ganz wichtige Bezugsperson, inzwischen sogar ein richtig guter Freund.“ Der Erfolg der Mannschaft stehe sowieso an erster Stelle. „Da ist es eigentlich egal, ob ich die Tore mache, oder anderen sie vorlege.“

Die Gefahr, dass er und seine Mitspieler am Sonntag den Tabellenachten aus Bad Rothenfelde zu sehr auf die leichte Schulter nehmen, sieht Ghasemi-Nobakht nicht: „Bei aller Euphorie, werden wir den Gegner nicht unterschätzen“, sagt der Stürmer bestimmend. Joe Zinnbauer macht sich diesbezüglich ebenfalls keine Sorgen: „Auch wenn wir zuletzt wegen der widrigen Witterung nur eingeschränkt trainieren konnten, hat das Team sehr konzentriert gearbeitet und auch die taktischen Vorgaben bestens umgesetzt.“

Gegen die Gäste aus der Nähe von Osnabrück kann der VfB-Trainer bis auf den am Knie operierten Alexander Eckel aus dem Vollen schöpfen. Dennoch warnt Zinnbauer mit Blick auf die bislang mit Höhen und Tiefen gespickte Saison des zurzeit besten Aufsteigers der Liga: „Da reist eine kompakte Truppe an, die nur schwer einzuschätzen ist.“ So folgte etwa einem 3:1-Sieg gegen den SV Langenhagen eine 1:5-Schlappe bei Germania Leer. Am Sonntag muss SV-Trainer Jürgen Gessat voraussichtlich auf Thorsten Schlingmann (Oberschenkelzerrung) und Danny Enthof (Knieprobleme) verzichten.