OLDENBURG - Zwei Rivalen, ein Ziel: Die Oberliga-Fußballer des VfB erwarten an diesem Mittwoch (18 Uhr, Marschwegstadion) im Viertelfinale des NFV-Pokals Regionalligist SV Wilhelmshaven. Beide Teams wollen den Traum von einer erneuten Teilnahme am DFB-Pokal am Leben halten.
„Wir wollen einen weiteren Schritt gehen, um in der nächsten Saison mit ein bisschen Losglück vielleicht wieder einen ganz großen Gegner empfangen zu dürfen“, meint VfB-Vorstand Jörg Rosenbohm. Der Sieger des Derbys an diesem Mittwoch trifft am 9. Mai im Halbfinale auf Borussia Hildesheim und ist damit nur einen Sieg vom DFB-Pokal entfernt. Die beiden Finalisten des Landespokals stehen automatisch in der ersten Runde des nationalen Wettbewerbs der nächsten Saison. „Natürlich ist das ein ganz besonderer Anreiz“, sagt VfB-Coach Andreas Boll.
Die Erinnerung an das Duell mit dem Hamburger SV im Juli 2011, als der VfB dem Bundesliga-Dino einen harten Kampf lieferte und nur knapp mit 1:2 unterlag, ist noch allgegenwärtig. „Die Mannschaft ist heiß“, sagt Rosenbohm und fügt hinzu: „Einerseits reizt die finanzielle Seite, andererseits war es für Oldenburg und die ganze Region vor allem ein großes Erlebnis und hat gezeigt, wie fußballverrückt die Region ist.“
Während Rosenbohm den einen Klasse tiefer als der SVW spielenden VfB als „klaren Außenseiter“ tituliert, sieht Boll die Chancen bei „50:50 – im Pokal herrschen, auch wenn es abgedroschen klingt, andere Gesetze“, meint der Trainer, der personell „die Qual der Wahl“ hat. Einzig Julian Harings fehlt weiter wegen einer Schambeinentzündung. Kapitän Julian Lüttmann (pausierte wegen einer Kopfprellung einige Tage) sowie Christian Thölking (fehlte beim 1:1 gegen Cloppenburg aufgrund einer Magen- und Darmgrippe) sind dagegen dabei.
Mit Francky Sembolo und Kevin Behrens (musste zuletzt beim 4:2 in Meppen allerdings angeschlagen ausgewechselt werden) seien die Wilhelmshavener im Angriff stark besetzt, meint Boll: „Die sind brandgefährlich – aber in der Offensive wird einfach das vergoldet, was die Mannschaft insgesamt abliefert.“
Sechs Spiele ist der SVW ungeschlagen, bezwang dabei sogar einen Hochkaräter wie den Halleschen FC (2:0). Trotz des guten Laufs erwartet Gästecoach Christian Neidhart, der sich den VfB gegen Cloppenburg vor Ort angesehen hat, ebenfalls eine ausgeglichene Partie: „In diesem Spiel entscheidet die bessere Tagesform und wer mit dem Druck besser klar kommt.“
Ein besonderes Nervenspiel könnte auf die Spieler zukommen, wenn es nach 90 Minuten remis stehen sollte. Dann käme es sofort zum Elfmeterschießen, für das die VfBer aber nicht extra trainiert haben. „Das kann man nicht simulieren“, meint Boll, der im Falle des Falls die Schützen nicht selbst bestimmen wolle: „Es schießen die, die sich sicher fühlen.“
