OLDENBURG - Beim Fußball-Oberligisten VfB Oldenburg geht es turbulent weiter damit rückt das Auswärtsspiel der Blau-Weißen an diesem Mittwoch beim Schlusslicht Güldenstern Stade (19.30 Uhr, Sportplatz Camper Höhe) weit in den Hintergrund. Die VfB-Verantwortlichen gaben nach dem Verzicht auf die Regionalliga-Lizenz für die kommende Saison am Dienstagnachmittag die nächste Grundsatzentscheidung bekannt: In der kommenden Saison wird Timo Ehle den im Saisonverlauf glücklosen Torsten Fröhling als Trainer des Oberliga-Teams ablösen.
Fröhlings Vertrag läuft zum Saisonende aus, die Option auf Verlängerung, die an das Erreichen des mindestens dritten Tabellenplatzes gekoppelt war, wird nicht gezogen. Allerdings soll der 44-Jährige bis zum Saisonende Trainer des Oberliga-Teams bleiben. Dieses hat als einzigen noch verbliebenen Saisonhöhepunkt am Ostermontag das auch aus finanzieller Sicht wichtige Entscheidungsspiel um den Einzug in den DFB-Pokal gegen Ligarivale TSV Ottersberg vor der Brust.
Fröhling und Co-Trainer Marcel Salomo, dessen Vertrag ebenfalls nicht verlängert wird, wurden am Nachmittag vom Vorstand über die Trennung zum Saisonende informiert und traten am Abend vor die Mannschaft, um auch diese davon in Kenntnis zu setzen. Ich bin Profi und werde bis zum Schluss alles für den VfB geben, betonte Fröhling auf Nachfrage. Völlig überrascht indes dürfte der Fußballlehrer von der Entscheidung nicht gewesen sein, wurde er doch dem Vernehmen nach bisher kaum in die Planungen für die neue Saison eingebunden.
Sicherlich war bei mir der Reiz da, auch nach dieser verkorksten Saison weiterzumachen, gab Fröhling zu. Der VfB hat was, er hat Tradition und geile Fans. Da hätte ich gerne weiter mitgeholfen, etwas Neues aufzubauen allerdings nur unter gewissen Voraussetzungen, etwa dass ich mir den Kader diesmal selbst zusammenstellen kann.
Dabei wird nun Ehle gefordert sein und laut Sportleiter Michael Richter wurde die Zusammenarbeit bei der Komplettierung des neuen Kaders längst aufgenommen: Timo hat seine Kompetenz als Trainer und beim Umgang mit jungen Spielern bereits sehr erfolgreich bewiesen.
Ehle selbst freut sich auf die große Herausforderung, daher sei die Entscheidung am Montagabend in einem Gespräch mit dem Vorstand auch sehr schnell gefallen. Zunächst einmal muss man sagen, dass Torsten schon allein wegen der vielen Verletzten eine sehr schwere Saison zu meistern hatte, betonte Ehle, der sich die letzten vier Oberliga-Spiele angesehen hat. Ich bin überzeugt, dass man mit der einen oder anderen Verstärkung und den Spielern, die bereits für die neue Saison zugesagt haben, gute Chancen hat, bei der Qualifikation zur neuen Regionalliga ein gehöriges Wörtchen mitzureden, erläuterte der A-Lizenz-Inhaber und fügte hinzu: Mein Ziel wird es sein, wieder mehr Zuschauer ins Stadion zu holen und das gelingt vor allem mit attraktivem und erfolgreichem Fußball.
Timo Ehle
ist fußballerisch beim 1. FC Magdeburg groß geworden. Für den Traditionsverein absolvierte er 24 Erstliga- und 28 Oberligaspiele und kam auch einmal im Europapokal zum Einsatz. Für den VfB Oldenburg spielte Ehle in der Oberliga bzw. Zweiten Bundesliga (1996/1997). Später war er in der Dritten Liga noch für den Lüneburger SK aktiv.Erste Erfahrungen als Trainer sammelte Ehle beim Bezirksligisten FC Ohmstede. Seit zwei Jahren trainiert der 40-Jährige die Bundesliga-A-Junioren des VfB und stieg mit ihnen in der Vorsaison in die Bundesliga auf.
