OLDENBURG - Als sich herumspricht, dass Steffi Jones eingetroffen ist, beginnt der Wettlauf um die Autogramme. Eine Weltmeisterin schaut schließlich nicht jeden Tag vorbei. „Ich habe hier heute richtig guten Fußball gesehen“, lobt sie auch noch und ernennt die jungen Kickerinnen sogleich zu ihren WM-Botschafterinnen. Die Mädchen sind begeistert und vergessen dabei fast das Fußballspielen.
Steffi Jones, Fußball-Weltmeisterin und Präsidentin des Organisationskomitees der Frauen-WM 2011, besuchte am Freitag als Schirmfrau das Turnier in Ohmstede, an dem 250 Mädchen aus 22 Grundschulen der Stadt teilnahmen. „Mick – Mädchen kicken mit“ heißt das Oldenburger Integrationsprojekt, das inzwischen bundesweit Nachahmer gefunden hat.
„Noch nie gab es eine so hohe Teilnehmerzahl an diesem von Schülerinnen selbst organisierten Turnier wie dieses Jahr“, lobt Projektleiter Ulf Gebken.
Das Interesse an Jones spielt dabei auch eine Rolle. Zumal die 37-jährige Frankfurterin die Fragen der Mädchen ausführlich beantwortet. Zuza und Lotta (beide 9) vom FC Ohmstede interviewen den Star stellvertretend für die übrigen Fußballerinnen. „Wann hast du angefangen?“, will Lotta wissen. Sie erfährt, dass Jones sehr früh loslegte und schon mit vier Jahren bei einem Frankfurter Verein kickte. Gemeinsam mit „den Buben“, weil es noch keine Mädchenmannschaft gab. „Talent, Glück und gute Trainer haben mir dann den Weg zur Nationalspielerin geebnet“, erzählt sie. Ein Rezept für den Erfolg gebe es nicht. „Fußball muss in erster Linie Spaß machen.“ Beim Turnier vermitteln die Mädchen den Eindruck, dass sie alle begeistert bei der Sache sind. Doch auch Jones hat noch eine Frage. „Habt ihr auch Vorbilder, außer mir natürlich“, ruft sie lachend in die Runde.
Jones macht Werbung für den Mädchen- und Frauenfußball und betont den sozialen Aspekt. „Mich freut, dass durch ,Mick viele Mädchen mit Migrationshintergrund den Weg in den Verein gefunden haben“, sagt sie. Befürchtungen, das Projekt könnte durch die WM in den Hintergrund treten, teilt sie nicht und verspricht: „Wir lassen es auf keinen Fall links liegen.“
Obenauf waren am Freitag die Mädchen der Grundschule Kreyenbrück, die das Finale gegen Nadorst 2:1 nach Neunmeterschießen gewannen. Platz drei belegte die GS Haarentor.
