OLDENBURG - Von einem Bundesligaspiel zwischen dem VfB Oldenburg und Werder Bremen können Fußballfans im Nordwesten nur träumen. Vier Spielklassen trennen die beiden Männerteams derzeit. Beim Nachwuchs sieht das jedoch anders aus: Die U-19-Mannschaften beider Vereine treffen an diesem Sonntag (12 Uhr, Dornstede) in der Eliteklasse der A-Junioren aufeinander. Womöglich besitzt aber auch diese Begegnung Seltenheitswert. Denn obwohl beide seit Sommer in derselben Liga spielen, trennen den Zweiten aus Bremen und den abstiegsgefährdeten Vorletzten Welten.

Vor der Partie spielen die Tabelle und die damit verbundenen Rechnereien jedoch kaum eine Rolle. „Werder ist haushoher Favorit, aber meine Spieler werden hochmotiviert auftreten“, kündigt Trainer Timo Ehle an. In Stephan Brehmer, Melvin Lamberty, Jannick Heins, Lennart Kettner und Tobias Ahrens stehen allein fünf Spieler mit Werder-Vergangenheit im VfB-Kader.

„Die werden mit 180 Prozent zur Sache gehen“, vermutet auch Werder-Coach Mirko Votava. Er erinnert sich noch gut an das spektakuläre 4:4 im Oktober, als seiner Elf erst in der Nachspielzeit der Ausgleich gelang. Unter den VfB-Torschützen waren: Lamberty, Heins und Ahrens – ein weiterer Beleg, wie ein Derby gegen den Ex-Verein beflügeln kann. Votava rechnet auch damit, dass sich der eine oder andere Oldenburger für Werder empfehlen will. „Wir haben unsere Ehemaligen weiterhin auf dem Schirm“, erzählt er, ohne den Ex-Spielern indes große Hoffnungen zu machen. „Eine Rückkehr ist immer sehr schwierig.“

Aktuell rechnen sich die Bremer nur geringe Chancen aus, Spitzenreiter VfL Wolfsburg noch abzufangen, und setzen als Halbfinalist eher auf den DFB-Pokal. „Mit Werder kommt eine der besten deutschen Nachwuchsmannschaften“, zollt Ehle dem Gegner großen Respekt. Überraschungen erwartet er nicht, da sich beide Teams sowie die Trainer sehr gut kennen.

Ehle spielte gemeinsam mit Votava in den 90er-Jahren für den VfB in der Zweiten Liga. „Das war diese verkorkste Abstiegssaison“, blicken beide ungern zurück. Später übernahm Votava, der es auf fünf Länderspiele brachte, und als Aktiver für Borussia Dortmund, Atletico Madrid und Werder kickte, die VfB-Elf als Spielertrainer.