OLDENBURG - Die Fußballer des VfB Oldenburg haben die starke Spielzeit in der Oberliga mit einem Erfolg abgeschlossen. Am Freitagabend setzte sich das Team von Trainer Andreas Boll im Marschwegstadion vor 1176 Zuschauern mit 2:1 (0:1) gegen den TuS Heeslingen durch und sicherte sich damit den inoffiziellen Titel als beste Mannschaft der Rückrunde.
Meine Spieler haben Charakter bewiesen. Und nur dank dieser Einstellung waren wir so erfolgreich, lobte Boll seine Schützlinge, die bereits vor Wochen den Aufstieg in die Regionalliga perfekt gemacht hatten. Durch den vierten Sieg in Folge rückten sie auf Platz drei vor. Der BSV Rehden kann den VfB allerdings noch auf den vierten Rang verdrängen.
Auch Gäste-Trainer Torsten Gütschow fand anerkennende Worte: Ihr habt verdient gewonnen, seid ein Traditionsverein, und deshalb freue ich mich mit Euch über den Aufstieg. Heeslingen kann den Oldenburgern aber noch in die Regionalliga folgen.
Während der VfB nun alle 30 Partien absolviert hat, muss der TuS am kommenden Sonnabend noch bei Holthausen-Biene antreten. Mit einem Erfolg könnten die Gäste aufsteigen. Allerdings: Bis Dienstag reichen wir die Bürgschaft beim Finanzamt nach, sagte Gütschow. Da diese zurzeit fehlt, verweigerte der Norddeutsche Fußballverband (NFV) bisher die Zulassung für die Regionalliga Nord im Falle des sportlichen Aufstiegs.
Zum Spiel: Beide Mannschaften kämpften um jeden Zentimeter. Schiedsrichter Thorsten Bohmann (Rastede) versäumte es, mit Gelben Karten die aufkommende Aggressivität zu unterbinden.
Mit der bis dato einzigen echten Chance erzielten die Gäste die Führung. Nils Laabs tauchte allein vor VfB-Torwart Mansur Faqiryar auf, der machtlos war (33. Minute). Die Gastgeber kamen zwar noch zweimal gefährlich vor das Tor des TuS. Aber insgesamt waren wir vor der Pause zu harmlos im Abschluss, urteilte Boll.
Kurz nach Wiederanpfiff besaß Heeslingen zweimal die Möglichkeit, auf 2:0 zu erhöhen. Doch Faqiryar rettete in höchster Not (50.). Oldenburg fand erst wieder ins Spiel, als Jascha Stern mutig aus mehr als 20 Metern Entfernung auf das Gäste-Gehäuse schoss. Der Ball klatschte gegen die Latte es war der Weckruf für die Hausherren.
In der 70. Minute setzte Claude-Roland Videgla Julian Lüttmann schön in Szene. Der Torjäger wurde allerdings im Strafraum zu Boden gerissen. Bevor er den fälligen Elfmeter zum 1:1 verwandelte, gab der Schiedsrichter dem TuSler Alexander Hessel für das Foul die Rote Karte. Damit nicht genug: Zudem sah auch ein Auswechselspieler der Gäste Rot. Er war auf den Platz gestürmt und hatte im Tumult eine Tätlichkeit begangen.
Heeslingen versuchte fortan, den Punkt zu retten. Aber Mustafa Azadzoy legte perfekt für den in der Mitte durchstartenden Christian Thölking auf, der den Ball links unten im Tor platzierte (80.).
Und so feierten die Fans anschließend mit den Spielern sowie dem Trainergespann. Noch ein Grund zur Freude: Trainer Andreas Boll verkündete auf der Pressekonferenz die Verpflichtung seines Wunschspielers Daniel Bauer von Eintracht Trier zur neuen Saison.
