OLDENBURG - Die Verantwortlichen des Fußball-Oberligisten VfB Oldenburg haben die Reißleine gezogen. Nur einen Tag nach dem dürftigen 2:2 im Heimspiel gegen den SC Langenhagen und eine Woche vor dem vor allem in finanzieller Hinsicht eminent wichtigen NFV-Pokalspiel um den Einzug in den DFB-Pokal gegen Ottersberg (Ostermontag, 15 Uhr) wurden Trainer Torsten Fröhling sowie Co-Trainer Marcel Salomo von ihren Aufgaben freigestellt.

„Die Entwicklung der letzten Wochen hat dazu geführt, dass wir eine Veränderung vornehmen mussten, auch wenn uns dieser Entschluss wirklich nicht leicht gefallen ist, weil beide engagiert gearbeitet haben“, erklärte VfB-Vorstand Jens Lükermann. „Wir sind aber überzeugt, dass ein Trainerwechsel nötig ist, um wieder erfolgreicheren Fußball zu erleben“, fügte er hinzu und verwies dabei auf den „klar negativen Trend in der Leistung sowie im Auftreten der Mannschaft“.

In den sechs Tagen vor dem „100 000-Euro-Spiel“ des finanziell alles andere als auf Rosen gebetteten VfB gegen Ottersberg sollen nun Timo Ehle, Trainer der Bundesliga-A-Junioren, der vor 14 Tagen bereits als Nachfolger von Fröhling am Saisonende bekannt gegeben worden war, sowie VfB-II-Coach Andreas Boll für eine Kehrtwende sorgen. Das Duo wurde am Montagvormittag von dem Entschluss des Vorstandes informiert. Die Entscheidung, sich noch vor dem Liga-Heimspiel am Ostersonnabend (15 Uhr) gegen Arminia Hannover von Fußball-Lehrer Fröhling zu trennen, war am späten Sonntagabend gefallen.

„Wir hoffen dadurch, die Mannschaft so schnell wie möglich in eine bessere und stabilere Verfassung zu bekommen“, erläuterte Sportleiter Michael Richter. „Der Vorgriff auf die nächste Spielzeit war leider unvermeidlich.“

Fröhling zeigte sich am Montag überrascht, nachdem er in Hamburg zuvor telefonisch über die vorzeitige Trennung informiert worden war. „Bei einer haushohen Niederlage gegen Langenhagen hätte ich die Entscheidung vielleicht nachvollziehen können, aber das Team hat nach dem 0:2 doch Moral gezeigt“, sagte der Fußball-Lehrer.

Er befürchtet, dass dieser Schritt für einige seiner Ex-Spieler nach dem freiwilligen Verzicht des Vorstandes auf die Regionalligalizenz für 2011/2012 einem „neuen Nackenschlag“ gleichkommt. Auch daher wolle er sich an diesem Dienstag von seiner Mannschaft verabschieden und an sie appellieren, „trotz der schwierigen Rahmenbedingungen noch mal alles für den Verein zu geben“.

Waldemar Kowalczyk zeigte sich ebenfalls überrascht und bedauerte die vorzeitige Trennung von Fröhling („Er hat vor allem viel Pech mit verletzten Leistungsträgern gehabt“). Der VfB-Kapitän konnte sie aber auch nachvollziehen: „Wir haben zuletzt leider keinen guten Fußball gezeigt, jetzt bekommen alle Spieler eine neue Chance und werden daher hoffentlich noch mal richtig Gas geben.“

Die erste Trainingseinheit unter Ehle und Boll absolvieren die VfB-Spieler nun an diesem Dienstag. Und Ehle weiß um die schwierige Mission, das Oberliga-Team von jetzt auf gleich wieder auf Kurs zu bringen. „Wir werden in dieser Woche genau hinschauen, wer sich für einen Platz in der Startelf empfiehlt“, betonte der A-Lizenz-Inhaber und kündigte an, vor allem auch in der eigenen Zweiten nach Alternativen zu schauen. „Es gilt jetzt, ganz schnell die richtige Mischung zu finden, so dass wir spätestens am Ostermontag endlich wieder eine Mannschaft auf dem Platz sehen, die kämpft, beißt und spuckt, um erfolgreich zu sein.“

Henning Busch
Henning Busch Redaktion Friesland (Lokalsport)