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NWZonline.de Sport

Corona-Pandemie Stoppt Langstreckler: Lauf-Asse machen das Beste aus Absagen

18.03.2020

Oldenburg /Garrel Nach dem Frust kommt die Einsicht – und dann der Blick nach vorne: Vielen Sportlern hat das Coronavirus einen dicken Strich durch die Saisonziele gemacht. So sind sämtliche Laufveranstaltungen bis Ende April abgesagt oder auf den Herbst verschoben worden. Davon betroffen sind zahlreiche Läuferinnen und Läufer der Region, die sich etwa auf einen Frühjahrsmarathon vorbereitet hatten. Auch die Lauf-Asse Jens Nerkamp, Georg Diettrich, Jörg Heinrichs und Andreas Kuhlen hatten große Ziele, aus denen nun nichts wird. Trotz aller Enttäuschung sind sie sich einig, dass die Absage die einzig richtige Entscheidung war – und dass es trotz allem weitergeht.

Im Kopf schon am Start

Einer der ersten Betroffenen war Jörg Heinrichs vom Team Laufrausch aus Oldenburg. Der 46-Jährige wollte am 8. März beim Bienwald-Marathon in Kandel starten. Seit neun Monaten lässt er sich von einem professionellen Trainer coachen, nun sollte eine Bestzeit her. Am Samstagmorgen sollte es losgehen nach Kandel – Freitagvormittag erreichte ihn die Absage.

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„Das war frustrierend, und vom Timing auch blöd. Ich stand gedanklich ja schon an der Startlinie“, sagt Heinrichs, der dann kreativ wurde: Er lief kurzerhand die 25 Kilometer des VfL-Straßenlaufs in Oldenburg, der am 8. März noch stattfand – doch statt am Wendepunkt umzukehren, lief er 8,6 Kilometer weiter und drehte dann um, um auf die 42,195 Kilometer zu kommen. Doch so richtig klappte es nicht, heftiger Gegenwind auf dem Hinweg und „fehlende Wettkampf-Atmosphäre“ auf der einsamen Strecke machten sich bemerkbar. Heinrichs konnte den Marathon nicht wie erhofft beenden.

„Aber ich habe es versucht und damit halbwegs meinen Seelenfrieden“, meint der Oldenburger und betont auch: „Außerdem gibt es durch das Virus ganz andere Sorgen – das relativiert das natürlich.“

Sabbatical genommen

Hart trainiert hat für seine großen Ziele auch Georg Diettrich vom LC Wechloy. Der 49-Jährige wollte in dieser Woche bei der Senioren-EM über 3000 Meter und bei den Landesmeisterschaften über zehn Kilometer sowie Anfang April bei einem Halbmarathon an den Start gehen. Jeweils hatte er den Deutschen Rekord der Altersklasse M 50 im Blick: „Das wäre möglich gewesen, das Training lief sehr gut.“

Der Lehrer hatte sich sogar ein Sabbatical genommen, also seit dem 1. Februar frei, um sich im portugiesischen Monte Gordo auf diese Rennen vorzubereiten – die dann abgesagt wurden. Das sei „für den Einzelnen sehr schade und ärgerlich, im Gesamtkontext aber natürlich sinnvoll“, meint Diettrich. Zudem treffe die Pandemie andere Menschen deutlich härter als ihn.

In Bezug auf Wettkämpfe könne er zwar nur „hoffen und raten, wie es weitergeht“. Bis dahin ist er aber froh, dass er noch „rausgehen und laufen“, also seinem Hobby nachgehen kann. „Das ist mein Vorteil als Individualsportler“, sagt Diettrich mit Blick auf andere Bereiche wie Fußball oder Handball.

„Ossiloop anners“

Einen Rekord hatte auch Andreas Kuhlen angepeilt und muss dieses Ziel nun auf 2021 verschieben. Der 36-Jährige aus Garrel, der die Laufsportfreunde Oldenburg trainiert, wollte erneut beim Ossiloop antreten, einem Lauf über sechs Etappen längs durch Ostfriesland. Die vergangenen 18 Etappen hat Kuhlen allesamt gewonnen, bei 20 liegt die Bestmarke. Doch auch der von Ende April bis Mitte Mai geplante Lauf wurde abgesagt.

„Das ist natürlich unglaublich traurig, aber so schade das ist: es ist schon sinnvoll“, sagt Kuhlen. Ganz verzichten muss er jedoch nicht: Die Organisatoren haben sich ebenfalls eine Alternative überlegt. Über eine App kann man zu den geplanten Startzeiten die jeweilige Etappendistanz für sich laufen und hochladen – und am Ende gibt’s dafür zumindest eine Urkunde.

„Ossiloop anners“ heißt die Aktion, bei der sich nun sogar bereits Oldenburger angemeldet haben, die es wegen der langen Anfahrten sonst nicht zum Ossiloop geschafft hätten. „Ich bin gespannt auf die virtuelle Geschichte, wie viele Leute das annehmen“, meint Kuhlen, der die Absage aber sonst entspannt sieht und sich auf mehr gemeinsame Zeit mit seinem kleinen Sohn freut.

Corona-Wettkampf

Und auch Jens Nerkamp macht das Beste aus der Situation. Der Garreler, der in Kassel lebt, war mehrere Wochen in Monte Gordo im Trainingslager und wähnt sich in guter Form, die er nun nicht wie geplant bei einem Halbmarathon oder Marathon zeigen kann. Doch der 30-Jährige verliert weder Motivation noch seine positive Einstellung. Mit zwei Lauffreunden traf er sich am Wochenende, um auf einer 1200-Meter-Runde ein Trainingsrennen über zehn Kilometer zu bestreiten. Die legte Nerkamp in etwa 30 Minuten zurück und postete gut gelaunt bei Instagram, was „zu einem richtigen Corona-Wettkampf dazugehört: „Mit dem Rad zum Start fahren, eine ordentliche Leistung abliefern, ein Bier im Ziel trinken, mit dem Rad nach Hause fahren – und in ungewissen Zeiten das Lachen nicht verlieren.“

Mathias Freese Redakteur / Sportredaktion
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