Oldenburg - Stillstand beim Oldenburger Hallenreitturnier: Der zweite Tag beim internationalen AGRAVIS-Cup hatte am frühen Freitagmorgen noch gar nicht richtig begonnen, da war er auch schon wieder beendet. Der Hallenboden in der großen EWE-Arena sowie die Sandmischung auf dem Abreiteplatz präsentierten sich um acht Uhr in einem derart schlechten Zustand, so dass sich die Mehrheit der Reiter und Reiterinnen weigerten ihre Spitzenpferde bei der Einlaufprüfung der Springreiter in den Parcours zu bringen. Zu groß sei die Verletzungsgefahr für die Vierbeiner.
„Der Boden ist nicht fürs Springreiten geeignet, der Abreiteplatz ist zu tief und der Boden in der großen Arena zu rutschig“, räumte ein sichtlich bedienter Turnierchef Dr. Kaspar Funke Versäumnisse bei der Bodeneinbringung ein. Erstmals in diesem Jahr ist der Bodenbauer Andreas Schmidt (Hameln) für den Parcours-Unterbau verantwortlich. Funke: „Herr Schmidt hat die Problematik des Bodens völlig unterschätzt. Jetzt müssen wir schnellsten Abhilfe schaffen.“ Und so war die Turnierleitung am Freitagmorgen mit Hochdruck am Werk, um zusätzliche Boden-Experten zu konsultieren und die Sandmischung mit Kalk oder Zement zu verdichten.
Funke hat so ein Desaster nach eigener Aussage in 34 Jahren seiner Turnier-Aktivitäten noch nie erlebt. 34 LKW-Ladungen Sand (ca. 1200 Tonnen) waren vor Beginn des AGRAVIS-Cups in der Arena und Messehalle eingebracht worden. Diese Größenordnung zeigt, dass sich das Problem nicht im Handumdrehen lösen lässt, und so hat Funke sämtliche Prüfungen des Freitags vorerst bis auf Weiteres abgesagt. „Aktuell weiß ich auch nicht, wie es weitergehen soll. Denn auch für mich ist diese Situation total neu“, meinte einer von vielen Seiten bedrängter Turnierchef. Am späten Vormittag schließlich entschied Funke, das Turnier bis 18 Uhr zu unterbrechen, um seinen Mitarbeitern so genügend Zeit für eine komplette Bodenüberarbeitung einzuräumen.
Einige Starter des AGRAVIS-Cups wollten so lange nicht warten, verfrachteten ihre Pferde am Freitagvormittag auf ihre Fahrzeuge und meldeten sich vom Turnier ab. Nach Informationen dieser Zeitung zählten dazu die deutschen Dressurreiter Hubertus Schmidt (Etteln), Matthias Bouten (München), Dorothee Schneider (Framersheim), Matthias Alexander Rath (Kronberg) und Fabienne Müller-Lütkemeier (Paderborn). Auch etliche Springreiter, darunter Laurens Houben (Goch), Felix Haßmann (Lienen) und André Thieme (Hoyerswerda), packten ihre Sachen.
