OLDENBURG - Der Verein steht unmittelbar vor der Verpflichtung zweier Russinnen. Der VfL-Kader wird komplett umgebaut.

Von Otto-Ulrich Bals

OLDENBURG - Die verrückte Nachricht zuerst: Trotz der vielen Rückschläge (4:18 Punkte) in der Handball-Bundesliga haben die Frauen des VfL Oldenburg nach wie vor die Chance, die beiden Endspiele um Saisonplatz fünf zu erreichen. Einen Sieg im Heimspiel am Sonnabend gegen die TSG Ketsch (16.30 Uhr, EWE-Arena) vorausgesetzt, kann das Team von Leszek Krowicki in der abschließenden Playoff-Partie am 1. Mai beim THC Erfurt tatsächlich noch um Rang fünf mitspielen, der zur Teilnahme am Europapokal berechtigt.

Nun die bittere Nachricht: Die Personalmisere, die sich wie ein roter Faden durch die Saison zieht, lässt Trainer Krowicki auch am Sonnabend nur wenig Gestaltungsspielraum. Mitverantwortlich für den Notstand ist erneut die eigene zweite Mannschaft, die zeitgleich in der 2. Liga beim VfL Wolfsburg um den Klassenerhalt kämpft und Verstärkung „von oben“ erhält.

In Magdalena Urdea, Jana Oborilova, Diane Lamein, Dagmara Kowalska, Kathrin Scholl und Kim Birke stehen Krowicki außer den Torfrauen Heike Zornow und Janice Fleischer somit nur sechs erstligaerprobte Feldspielerinnen zur Verfügung. „Ich hoffe, unsere Fans zeigen Verständnis für unsere Entscheidung, die Zweite an diesem Tag zu stärken. Trotzdem wollen auch wir unser Spiel gewinnen“, betont der VfL-Coach.

Wie die Partie auch ausgeht, die aktuelle VfL-Formation befindet sich so oder so auf Abschiedstour. Bezieht man die bereits abgewanderten Milica Danilovic und Irina Pusic mit ein, so werden am Saisonende acht Spielerinnen den VfL verlassen haben, die am 10. September 2006 im ersten Saison-Heimspiel noch erwartungsfroh den Buxtehuder SV mit 36:26 aus der EWE-Arena gefegt hatten.

Damit steht das Team endgültig vor einem Neuaufbau und dem größten personellen Umbau seit dem Wiederaufstieg 1999. „Uns ist bewusst, dass wir nach den vielen Abgängen, die wir so auch nicht erwartet hatten, nun gezwungen sind, den Kader total umzubauen. Dabei sind wir aber nicht tatenlos“, sagt Krowicki und hofft, „schon bald einige Neuverpflichtungen“ bekannt geben zu können.

Namen nennt er wie stets nicht, doch nach Informationen der NWZ steht der Club kurz vor der Verpflichtung von zwei Russinnen – einer Torfrau, die derzeit in Norwegen spielt, sowie einer Rückraumspielerin aus Astrachan. Zudem soll auch eine Spielerin vom THC Erfurt nach Oldenburg wechseln.