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NWZonline.de Sport

Mit der Gemütlichkeit ist es bald vorbei

17.07.2018

Oldenburg Alles auf Anfang. Und was passt da beim ersten Date nicht besser als ein gemütliches Beisammensein. Die Handballerinnen des VfL Oldenburg müssen sich schließlich wieder einmal neu erfinden. Acht Wochen nach dem Coup von Stuttgart muss der deutsche Pokalsieger in der Vorbereitung auf die Saison 2018/19 einen großen personellen Umbau bewerkstelligen und dazu einen neuen Teamspirit entwickeln.

„Da steht zu allererst einmal eine Kennenlern-Runde auf dem Trainingsplan“, meinte Chefcoach Niels Bötel zum Auftakt der siebenwöchigen Vorbereitung. Der obligatorische Laktat-Test steht erst in einer Woche auf dem Programm. Am Sonntag wurde zunächst einmal gegrillt, gequatscht und gelacht. Abseits von Oldenburg im nahen Sandkrug.

Ball erstmal Nebensache

„Es sollen sich alle erst einmal einleben. Wir müssen als Mannschaft neu zusammenfinden. Was alles möglich ist, wenn ein Team funktioniert, haben wir ja unlängst beim Pokalsieg erleben dürfen“, erläuterte Bötel die teambildende Maßnahme.

Gleich fünf gestandene Spielerinnen müssen ersetzt werden. In Julia Wenzl, Jennifer Winter (beide Karriereende), Madita Kohorst (TuS Metzingen), Malene Staal (Buxtehuder SV) und Simone Spur Petersen (HSG Bensheim) haben den Club fünf Pokal-Heldinnen verlassen. Ebenso viele Neuverpflichtungen müssen integriert werden.

Ohnehin nimmt das Spielgerät in den kommenden Tagen nur eine Nebenrolle ein. Mit Athletiktrainer Sebastian Förster, der auch schon die Profiboxer Jürgen Brähmer und Tyron Zeuge in Bestform brachte, wird wie im Vorjahr der Part „Kraft und Ausdauer“ abgearbeitet. Im Wasser, auf der Laufstrecke, im Fitnessstudio, bei einer gemeinsamen Übungseinheit mit den vereinseigenen Footballern der Oldenburg Knights sowie im Trainingslager in Schwerin (25. bis 29. Juli) sollen die Grundlagen für eine erfolgreiche Saison geschafft werden.

Komplett neue Rückraum-Achse

Drei der 14 Spielerinnen müssen dabei noch etwas kürzer treten. Bei Isabelle Jongenelen muss zunächst genau geschaut werden, wie das Knie nach der Kreuzband-Operation bei zunehmender Belastung reagiert. Linksaußen-Talent Jane Martens darf nach der Schulter-OP nur individuell trainieren. „Da müssen wir behutsam vorgehen“, weiß Bötel.

Das gilt auch für Oldenburgs neue Spielmacherin Kristina Logvin (23) vom Molde HK. Die österreichische Nationalspielerin laboriert noch an den Folgen einer Bänderverletzung in der Schulter. „Die kleine OP ist gut überstanden. Schritt für Schritt wird es besser, und ich kann hoffentlich bald wieder voll mitspielen“, gibt sich Logvin optimistisch.

Programm des VfL Oldenburg

Die Vorbereitung des VfL Oldenburg bis zum Bundesliga-Start am 8. September sieht so aus: Donnerstag, 19. Juli: Training mit den Knights am Otterweg (20 Uhr) 25. - 29. Juli: Trainingslager Schwerin (27. Juli Testspiel gegen SV GW Schwerin) 3. August: Testspiel in Blomberg gegen HSG Blomberg/Lippe 5. August: Testspiel gegen Werder Bremen in der Sporthalle Wechloy 9. August: Testspiel in Rosengarten gegen HL Buchholz-Rosengarten 11. August: Testspiel gegen Buxtehuder SV (13 Uhr/Sporthalle Wechloy) 19. August: Test gegen Werder Bremen in Varel 20. August: Saisoneröffnung (Wechloy) 25./26. August: Wunderhorn-Turnier 1. September: Supercup gegen den Thüringer HC 8. September: Bundesligaauftakt in Halle 16. September: Erstes Liga-Heimspiel gegen Buxtehuder SV

Bötel wird es gern hören, müssen er und Co-Trainer Andreas Lampe doch in den kommenden Wochen eine komplett neue Rückraum–Achse formieren. Einzig Angie Geschke und Lisa-Marie Fragge sind beim Vorjahresneunten geblieben, dazu wurden vom Erstliga-Aufsteiger Union Halle-Neustadt die Dänin Helena Egelund Mikkelsen (22) sowie vom dänischen Erstligisten København Håndbold die Niederländerin Myrthe Schoenaker (26) verpflichtet.

Die neue Torfrau Annamaria Ferenczi (24) von Borussia Dortmund und das 18-jährige Eigengewächs Lina Genz (Rechtsaußen) komplettieren den Kader.

Härtetest gegen Meister

Auf sie alle wartet nur eine Woche vor dem Bundesligastart in Halle-Neustadt (8. September) ein echter Härtest, wenn der Pokalsieger am 1. September (19.30 Uhr) in Nordhausen mit dem Meister Thüringer HC den HBF-Supercup ausspielt.

„Dann sollten das Timing und die Abläufe schon stimmen. Es geht immerhin um einen Titel“, meint Bötel, der zum Einstudieren der spielerischen und taktischen Elemente insgesamt sechs Testspiele sowie die Partien beim Wunderhorn-Turnier (25./26. August) vorgesehen hat.

Keine Frage, nach dem gemütlichen Beisammensein wird bei den VfL-Frauen ab sofort hart gearbeitet.

Otto-Ulrich Bals
Redaktionsleitung
Sportredaktion
Tel:
0441 9988 2030

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