Oldenburg/Hannover - Mit einem Sieg gegen den amtierenden Meister hatte in den Reihen der Drittliga-Handballerinnen des VfL Oldenburg II sicherlich niemand gerechnet – aber etwas weniger deutlich hätte die Auswärtspleite beim TV Hannover-Badenstedt dann doch schon sein dürfen. Durch ein 18:32 beim Titelverteidiger, der damit weiterhin ungeschlagen (jetzt 9:1 Punkte, 3. Rang) ist, kassierte das Team von Silke Prante die bisher höchste Niederlage in dieser Saison. Fast alle Gästespielerinnen präsentierten sich dabei alles andere als in Normalform.

„Es wirkte so, als ob die Mädels zu viel Respekt vor dem Gegner hatten. Wir haben weit unter Niveau gespielt. Es wirkte teilweise wie gelähmt“, zeigte sich Prante dementsprechend unzufrieden mit der Präsentation ihres Teams und ergänzte: „Badenstedt hat sehr stark aufgespielt und uns deutlich unsere Grenzen aufgezeigt.“

Ganz schnell hatte sich an diesem Tag abgezeichnet, wohin die Reise gehen würde. Bereits nach acht Minuten hatten die Gastgeberinnen eine 5:0-Führung herausgeworfen. Es sollte noch weitere zwei Minuten dauern, bis Robyn Rußler erstmals für die Grün-Weißen erfolgreich war.

In der Folge gestaltete das Juniorteam das Spiel ein wenig ausgeglichener und kämpfte sich sogar auf 6:9 heran. Das Aufbäumen dauerte aber nicht lange. Mit einem 8:0-Lauf stellte der Titelverteidiger den 17:6-Pausenstand her und hatte damit schon für mehr als eine Vorentscheidung gesorgt.

Mit der sicheren Führung im Rücken konnte Hannovers Trainer Christian Hungerecker nach der Pause einige seiner angeschlagenen Spielerinnen schonen und Nachwuchskräften zu Einsatzzeiten in der 3. Liga verhelfen.

Dadurch sahen die 240 Zuschauer in der IGS Badenstedt ein etwas ausgeglicheneres Spiel als in Halbzeit eins, aber viel Profit konnten die Oldenburgerinnen daraus nicht schlagen. „Leider hat sich Griet, die gemeinsam mit Robyn noch was ,probiert’ hat zu reißen, noch am Ellenbogen verletzt“, sagte Prante mit Blick auf ihre Tochter: „Aber insgesamt waren wir viel zu harmlos.“

Die VfL-Reserve kam auch nach Wiederanpfiff nicht mehr näher als auf zehn Tore heran. Sechs Minuten vor dem Ende war der Rückstand sogar auf 16 Treffer angewachsen. Kea Drewes und Nina Oberegger sorgten kurz vor Schluss für eine kleine Ergebniskorrektur. Beste Torschützin der Gäste war Lina Genz mit vier Treffern.

Weiter geht es für die Drittliga-Handballerinnen des VfL II erst in drei Wochen mit einem Heimspiel am 23. November (Samstag, 16.30 Uhr, Sporthalle Wechloy) gegen den Frankfurter HC. Das Team von der Oder ist aktuell mit 6:4 Punkten Tabellenfünfter. Die Oldenburgerinnen sind mit 5:9 Zählern Achter.

Die hohe Pleite beim Meister muss nun schnell abgehakt werden. „Wir sammeln jetzt erstmal unsere Kräfte. Die Mädels haben eine Woche frei“, erklärt Prante: „Und dann geht’s mit neuem Elan gegen Frankfurt ans Werk.“