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Kitesurfer aus Oldenburg Sein Olympia-Traum erhält Rückenwind

Oldenburg/Hooksiel - Auf dem Wasser zählt Jannis Maus seit Jahren zu den schnellsten Sportlern, die sich vom Wind auf Geschwindigkeiten von bis zu 40 Knoten oder rund 75 km/h ziehen lassen. Jetzt nimmt auch sein Traum vom Olympia-Start kräftig Fahrt auf. Der Kitesurfer, der vor sechs Jahren zu Oldenburgs Nachwuchssportler des Jahres 2014 gekürt worden war, zählt seit dem Jahreswechsel zum deutschen Perspektivkader und genießt damit besondere Privilegien.

Cool

„Eine sehr coole Neuigkeit“, umschreibt der 24-Jährige gewohnt lässig die Tatsache, dass er als einer von bundesweit nur drei Kitern den Kaderstatus erhalten hat, der nun auch für diesen Sektor eingeführt wurde. Die Nominierung bedeutet für den Oldenburger mit Homespot Hooksiel eine Förderung durch den Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB). Sportler der verschiedensten Disziplinen wurden in Förderkader berufen, in denen sie auch auf mögliche Einsätze bei Olympischen Spielen vorbereitet werden sollen.

Riesig

Nachdem es im Kitesurfen lange Zeit weder eine geregelte Trainingsstruktur, noch bezahlte Coaches gegeben hat, wird der schnelle wie spektakuläre Sport jetzt nach und nach immer professioneller – ohne seinen Charme zu verlieren. „Diese Kadernominierung ist nicht nur für mich persönlich ein riesiger Schritt in Richtung Sportlerkarriere, sondern vor allem für die Disziplin Kitesurfen ein unglaublicher Gewinn“, meint Maus, der in seiner immer noch jungen Karriere schon 2015 im sogenannten Kiteracing Weltmeister und mehrfach Deutscher Meister war, und fügt hinzu: „Mit der offiziellen Förderung durch den DOSB gewinnt diese Sportart an Bekanntheit und öffentlichem Interesse und wird hoffentlich nicht mehr als eine unwichtige Randsportart angesehen.“

Herausragend

Neben Maus, der sich seit einiger Zeit auf das Foilracing (ein Flügel hebt das Board aus dem Wasser) spezialisiert hat, haben eine Frau aus dem hohen Norden und ein Dauerrivale des Oldenburgers aus dem Süden die hohe Zulassungshürde überwunden. Leonie Meyer (Kiel) und Florian Gruber (Garmisch-Patenkirchen) zählen nun auch zum sogenannten „Top Team Future“ des DOSB.

Spitze

Bei der Team-EM auf dem Traunsee (Österreich), einem der wenigen Saison-Höhepunkte in der Corona-Krise, fuhren Meyer und Gruber in der Spitze mit und holten gemeinsam Silber. In dem Wettbewerb, bei dem die jeweils zwei Kiter als eine Art Staffel nacheinander einen Rennparcours meistern mussten, landete Maus mit Alina Kornelli aus München auf Position sieben. In diesem Modus soll Kitesurfen auch bei den Olympischen Spielen 2024 ausgetragen werden.

Traumhaft

„Die Aufnahme in das ,Top Team Future’ bedeutet eine maßgeblich gesteigerte Chance, sich für Olympia 2024 in Paris zu qualifizieren und eine Medaille zu ergattern“, meint Maus, der im kommenden Sommer an der Universität Oldenburg seinen Master im Studiengang „Erneuerbare Energien“ abschließen will. „Danach steht in erster Linie Kitesurfen auf der Agenda“, sagt der 24-Jährige fokussiert: „Jeder Sportler träumt davon, einmal bei den Olympischen Spielen dabei zu sein.“

So funktioniert ein Hydrofoil – so viel Förderung gibt es

Ein Hydrofoil ist ein Wasserflügel, der das Board aus dem Wasser hebt und so sehr hohe Geschwindigkeiten von bis zu 75 km/h ermöglicht. Ab einer bestimmten Geschwindigkeit heben die Tragflächen die Boards durch dynamischen Auftrieb aus dem Wasser. Es sieht fast so aus, als würden die Kiter über dem Wasser schweben. Ähnliche Tragflächen benutzt auch der Oldenburger Segler Boris Herrmann aktuell bei der härtesten Regatta der Welt, der Vendée Globe allein und ohne Zwischenstopp um die Erde.

Die Aufnahme in das „Top Team Future“ verhilft Jannis Maus wie rund 1500 weiteren deutschen Talenten zu einer Grundförderung von 700 Euro. Zudem können die Mitglieder dieser Förderkader bis zu 300 Euro zur Berufsvorbereitung (Schule, Ausbildung, Studium) erhalten. Bei den etwa 500 Athleten der Weltspitze mit „Top Team“-Status sind es 800 und ebenfalls 300 Euro. Hinzu kommen 400 bis 1400 Euro Eliteförderung (erfolgs- und perspektivabhängig).

Jan-Karsten zur Brügge
Jan-Karsten zur Brügge Sportredaktion
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