OLDENBURG/HUDE - Mit einem Sieg beim Erzrivalen VfL Oldenburg III die Weichen auf Titelkurs in der Oberliga zu stellen, war für die Handballerinnen der HSG Hude/Falkenburg ein besonderes Erlebnis. „Ein Sieg hier ist immer etwas Besonderes“, freute sich Trainerin Inge Breithaupt. Sie sah den Knackpunkt in diesem Match in den vielen personellen Alternativen, die ihr am Sonntagnachmittag zur Verfügung standen. So besaß sie die Möglichkeit, bei Mängeln entsprechend zu reagieren. Das erste Mal reagierte sie, um statt Imke Hegeler auf der linken Abwehrseite Sina Wassrodt zu bringen. Damit korrigierte sie „einen eigenen Fehler“, denn die Spielerinnen hatten ihre Vorgabe, die rechte Abwehrseite stark zu machen, vorbildlich umgesetzt. Hier wollte Breithaupt der starken Martina Hilgenberg Paroli bieten. Die aber fehlte krankheitsbedingt. Dafür aber waren links Räume, die der VfL zu wichtigen Toren nutze. Der zweite gelungene Wechsel war die Hereinnahme von Marilena Niemann für
Michaela Cordes im rechten Rückraum, wodurch das Angriffsspiel druckvoller wurde. Aber auch die anderen Umstellungen, die Breithaupt vor dem Wechsel vornahm, entpuppten sich als gute Maßnahmen, die den Oldenburgerinnen vor allem in der Offensive zu schaffen machten. Je länger die Partie dauerte, desto hilfloser agierten diese im Angriff. Dazu trug sicher auch der Coup bei, Nina Lampe kurzfristig als Ersatz für die verletzte Torfrau Hiske Jacobi zu verpflichten. So lag der Druck nicht ausschließlich auf Andrea Klahn, die in Abschnitt eins überragend hielt.
Nach dem Wechsel wurden dann aber doch noch Defizite deutlich. Die Abwehr hatte dermaßen viel mit Kreisläuferin Svenja Pobig zu tun, dass des Öfteren Lücken entstanden, die die Gastgeberinnen nutzten. Die HSG agierte jetzt, anders als in Abschnitt eins so erfolgreich, ohne vorgezogene Spielerin. Die Gäste rieben sich jetzt im Spiel Frau-gegen-Frau auf, sie gaben aber nie auf. Auch nicht in der Offensive, in der jetzt mit Mühlbach und Niemann die Rückraumschützen aus dem Spiel genommen wurden. Breithaupt reagierte, und spielte ohne Kreisläuferin. Eine Maßnahme, die besonders ab der 40. Minute umstritten war, als Pobig die zweite Zeitstrafe erhalten hatte. Mit einer Kreisläuferin wäre die HSG wohl noch gefährlicher gewesen, denn Pobig als Leistungsträgerin des VfL hätte in der Abwehrmitte nicht mehr so beherzt zufassen dürfen. Breithaupt wählte einen anderen Weg, ließ Pobig noch eine Zeit lang gewähren, bevor dann ihre Mannschaft in der Endphase das perfekt umsetzte, was die Trainerin
erwartet hatte: Einlaufen der Außen und erfolgreich in die Lücken der VfL-Abwehr stoßen. Am Ende brachte dies den Sieg. Ein Sieg, der die HSG nahe an die Meisterschaft brachte. Ihn als entscheidend zu werten, lehnte Breithaupt ab. Schließlich warten mit Oyten II und Morsum noch zwei Teams, gegen die in der Vorrunde nur ein Zähler geholt wurde. Das sollte aber reichen, wenn die Partien gegen DSC Oldenburg, GW Mühlen und TSV Altenwalde gewonnen würden.
