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Rücktritt von Marcus Meckes Überraschung! Oldenburg Knights mit neuem Cheftrainer

Sebastian Blase (rotes Shirt), hier mit Antonio Krahl (links) und Jens Püschel, ist jetzt Chefcoach der Oldenburg Knights.

Sebastian Blase (rotes Shirt), hier mit Antonio Krahl (links) und Jens Püschel, ist jetzt Chefcoach der Oldenburg Knights.

Piet Meyer

Oldenburg - Die Oldenburg Knights hatten bei der 21:25-Niederlage an diesem Samstag gegen die Lübeck Cougars überraschend einen neuen Chefcoach an der Seitenlinie. Nicht mehr Marcus Meckes, sondern der im Winter als Assistenzcoach in seine Heimat Oldenburg zurückgekehrte Sebastian Blase war plötzlich Hauptverantwortlicher. Dass der 54-jährige Aufstiegstrainer in dieser Woche zurückgetreten ist, sollte ein paar Tage geheim bleiben. Mit dem Heimspiel der Oldenburger im Marschwegstadion gegen die Pumas tritt sein 35-jähriger Nachfolger aber ganz offiziell sein Amt an.

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Die gute Wahl

„Sebastian ist eine richtig gute Wahl – und er hat ein Trainerteam mit guten Leuten an seiner Seite“, betont Meckes, der eigentlich schon nach der vergangenen Saison aufhören wollte, in der er die Ritter zum ersehnten Aufstieg aus der Regionalliga in die zweithöchste deutsche American-Football-Spielklasse geführt hatte. Es ging zwar weiter, doch der Aufstiegscoach half dem Club dabei, schon einen geeigneten Nachfolger zu installieren.

Seit 2018 bei den Oldenburg Knights: Marcus Meckes. Bild: Piet Meyer

Seit 2018 bei den Oldenburg Knights: Marcus Meckes. Bild: Piet Meyer

Die neuen Impulse

Dass Blase, der in seiner Zeit als Spieler nie bei den Knights war, schon jetzt in der Woche nach dem ersten GFL2-Sieg in der Ritter-Geschichte (9:7 in Münster) übernehmen würde, kam auch für viele Spieler äußerst überraschend. „Als Coach hat man sich nach zwei bis drei Jahren verbraucht – und ich mache das bei den Knights schon seit fast sechs Jahren“, erklärt Meckes seinen Entschluss: „Da habe ich meine Halbwertzeit längst überschritten.“ Er habe schon etwas länger das Gefühl gehabt, das Team nicht mehr so erreichen zu können, dass es weitere Schritte nach vorn machen kann. „Wenn man das merkt, ist es an der Zeit, den Weg frei zu machen für neue Impulse.“

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Der große Beitrag

Bei Blase und dem Trainerstab sei das Team in sehr guten Händen, meint Meckes. „Mir war immer klar: Wenn ich einmal die Knights verlasse, möchte ich etwas Nachhaltiges hinterlassen und nicht ein zusammenbrechendes Kartenhaus“, sagt der 54-Jährige, unter dessen Regie die Oldenburger 33 von 43 Pflichtspielen gewannen: „Mein Traum wäre es, dass die Knights irgendwann in der GFL oben mitspielen und ich sagen kann: Ich habe auch meinen Teil dazu beigetragen, dass es so gekommen ist.“

Fangen für den Anfang: Die Knights (grünes Trikot) benötigen wie im Relegationsduell 2022 (31:28) einen Sieg gegen die Münster Blackhawks.

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Der Full-Time-Job

„Was viele nicht sehen, ist, dass es auf diesem Niveau ein Full-Time-Job ist. Eigentlich kann man das kaum nebenberuflich machen. Zu Training und Spiel kommt noch einmal das Dreifache an Zeit für Videoanalyse und organisatorischen Tätigkeiten hinzu“, erklärt Meckes, der während seiner Tätigkeit für die Knights zwischenzeitlich größere gesundheitliche Probleme hatte. Er hat seit 2018 und damit so lange wie kein anderer Cheftrainer zuvor die sportlichen Geschicke der Ritter bestimmt und gönnt sich jetzt erst einmal eine Auszeit. „Die Gründe für seinen Rücktritt waren voll und ganz nachvollziehbar. Jetzt soll er sich erst einmal erholen“, sagt Sportdirektor Holger Völling: „Und wenn er dann wieder Bock hat, was zu machen, hoffen wir, dass wir ihn in einer neuen Rolle wieder mit einbinden können.“

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Der Deutsche Meister

Der langjährige Knights-Quarterback Andreas Loreth wurde von Völling zum „Offense Coordinator“ befördert – sehr zur Freude von Neu-Cheftrainer Sebastian Blase. „Erstmals kann ich mich so voll und ganz auf den Job als Headcoach konzentrieren und so quasi aus der Vogelperspektive das Spiel betrachten, ohne mich zusätzlich noch um irgendeine spezielle Position kümmern zu müssen“, erzählt Blase, der 2022 Chefcoach von GFL2-Absteiger Hamburg Huskies war und zuvor als Spieler unter anderem zweimal Deutscher Meister mit den Braunschweig Lions wurde.

Der frische Wind

Der 35-Jährige weiß, dass er bei den Rittern in große Fußstapfen tritt, und hat keineswegs vor, von heute auf morgen alles umzuschmeißen. „Das würde auch gar nicht funktionieren. Marcus hat sehr gute Vorarbeit geleistet“, sagt Blase, dessen Eltern Wolfgang und Sabine die Handball-Geschichte bei den Frauen des VfL Oldenburg geprägt haben. „Aber ich bin nicht Marcus und habe bei manchen Dingen andere Ansichten“, sagt der angehende Lehrer und ergänzt: Deshalb hoffe ich, auch frischen Wind reinbringen zu können.“ Er könne sich durchaus vorstellen, längerfristig bei den Knights zu arbeiten, aber „jetzt geht es erst einmal darum, die Klasse zu halten.“

Nicht nur ein Kick für den Augenblick: Darrian Naujoks (hier ein Bild aus 2022) brachte die Oldenburg Knights in Münster mit einem fulminanten Field Goal in Front.

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