Oldenburg - 2010 fingen sie ganz unten an, inzwischen haben sie einen rasanten Aufstieg bis in die Zweite Liga im deutschen Football hingelegt: Die Oldenburg Knights sind längst eine sportliche Erfolgsgeschichte. „Wir wollten nicht zu viel auf einmal, sondern uns Stück für Stück verbessern“, begründet Sportdirektor Holger Völling die Entwicklung. Nicht nur sportlich, sondern auch organisatorisch habe man die Strukturen stetig weiterentwickelt. „Entscheidend war es, dass wir die richtigen Leute dafür hatten, die freiwillig halfen, den Verein voranzubringen“, so der Sportdirektor. Wichtig seien eine familiäre Stimmung und flache Hierarchien. Völling: „Ich bin an Spieltagen immer noch der Erste, der kommt, um das Stadion herzurichten und abends der Letzte, der geht:“
Umzug entscheidend
Maßgeblich für die Popularität war auch der Umzug an den Marschweg im Jahr 2017. Dabei war Völling zunächst dagegen. „Darüber lachen wir heute noch“, sagt er. Der Umzug habe den Knights mehr Sichtbarkeit gegeben, obgleich er sich wünscht, die Knights, ähnlich wie die EWE Baskets, irgendwann mal auf Bussen oder Plakaten in der Stadt zu sehen.
Trotz der GFL-Zugehörigkeit haben auch die Knights noch mit profanen Problemen zu kämpfen. Während die Fußballer des VfL seit jeher um 19 Uhr trainieren, müssen die Knights mit späten Trainingszeiten vorlieb nehmen, was vor allem für Spieler aus dem Umland von Nachteil ist. Außerdem habe man bis heute kein festes Trainingsgelände. Stattdessen pendeln die Knights zwischen dem Hans-Prull-Stadion des VfL Oldenburg und dem Sportplatz an der Klingenbergstraße.
Auch die Sponsorensuche ist für die Knights ein leidiges Thema. Wirtschaftlich stehen die Knights in der GFL 2 ganz unten. „Sich in den hohen Ligen zu behaupten ist mit einer hohen Anzahl von Kleinsponsoren nicht zu schaffen“, sagt Völling. Ein Ankersponsor, der mindestens die Hälfte des Etats trägt, sei nötig, in Oldenburg aber schwer zu finden.
Tipps für kleine Abteilungen
Hochklassiger Football bedeutet eines Zeitinvestment für die Spieler. Neben den Trainings gehören auch Videoanalysen und Fitnessstudio zum Alltag – je nach beruflicher Tätigkeit muss der ein oder andere Spieler mal aussetzen oder hört ganz auf. Als unterklassiger Verein könne man es langsamer angehen. „Für den Start reichen zwei Trainer“, sagt Völling. „Auch beim Equipment kann man sparen. Je nach Übung tut’s auch ein alter Autoreifen“, sagt der Sportdirektor. Er empfiehlt kleinen Vereinen für Anfänger immer ein paar Ausrüstungsmaterialien zum Verleih parat zu haben.
