Oldenburg/Münster - Unschönes Spiel, sehr schönes Ergebnis, äußerst unschönes Nachspiel: Nachdem die Oldenburg Knights am frühen Samstagabend im fast 100 Jahre alten Preußenstadion mit einem 9:7 bei GFL2-Rivale Münster Blackhawks einen historischen Erfolg gefeiert hatten, wurde der ersehnte erste Sieg in der zweithöchsten deutschen American-Football-Liga von verbalen wie nonverbalen Auseinandersetzungen überschattet.
Gezofft
Nach dem traditionellen Abklatschen entstanden tumultartige Szenen. Ausgelöst wurde die Rudelbildung inklusive weiterer Wortgefechte und Schubsereien wohl von einem Offiziellen der Gastgeber, der einen farbigen Knights-Spieler übel beleidigt haben soll. Die Emotionen kochten hoch. „Wir haben versucht, die Situation zu beruhigen“, sagte Oldenburgs Cheftrainer Marcus Meckes: „Und es dann nach einiger Zeit auch geschafft.“
Geklettert
Für die Ritter war der Erfolg beim Mitaufsteiger nicht nur historisch bedeutend, sondern auch sportlich eminent wichtig. „Bei einer Niederlage hätten wir für die dritte Liga planen können. Von daher war das ein ganz wichtiger Sieg für das Gesamtkonstrukt VfL Oldenburg Knights“, betonte Meckes, dessen Team mit nun 2:6 Punkten vor den Blackhawks steht, die mit Solingen (beide 2:8) die beiden Abstiegsplätze in der GFL2 Nord belegen. Die Ritter gehen jetzt gestärkt ins Rückspiel am kommenden Samstag (16 Uhr, Marschwegstadion) gegen Lübeck (2:4 Zähler/5. Rang).
Gekickt
Zuvor war es ganz sicher kein besonders schönes Spiel gewesen, das den rund 3000 Zuschauern im Preußenstadion geboten wurde. „Leider haben wir uns viel selbst im Weg gestanden und hätten das viel leichter haben können“, meinte Meckes. Dabei hatte das Duell überaus vielversprechend für die Gäste begonnen. Gleich den ersten Spielzug beendete Kicker Darrian Naujoks mit einem fulminanten Field Goal zum 3:0 aus 51 Yards. „Das wird Darrian auch nicht so oft in seiner Karriere erleben“, lobte Meckes seinen „Scharfschützen“ für den Treffer von der Mitte des Spielfeldes.
Gelaufen
Danach verpassten es beide Mannschaften längere Zeit, signifikante Raumgewinne zu erzielen. „Wobei wir das Spiel immer unter Kontrolle hatten und uns mehr in der Hälfte der Blackhawks aufhielten“, meinte Meckes, bemängelte aber auch gleichzeitig zu viele individuelle Fehler und unnötige Strafen seines Teams. Erst zum Ende des dritten Viertels gelang Knights-Quarterback Justus Marterer ein Lauf bis zur Endzone, nach dem Terry Hunter die noch fehlenden drei Yards überbrückte. Da die folgende Two-Point-Conversion misslang, ging es mit einem 9:0 ins Schlussviertel.
Gekocht
Fünf Minuten vor dem Ende gelang Münster durch einen von Bennet Varro vorbereiteten Touchdown von Maximilian Elfers und den Extrapunkt von Marcel Kolov das 7:9, doch die gut aufgelegte Ritter-Defensive ließ nichts mehr anbrennen. Varro war als dritter Quarterback aufs Feld gekommen, nachdem Alexander Fuchs und Chris Busse im Verlauf des Spiels nach mehr oder wenigen unglücklichen Tackles der Knights jeweils angeschlagen das Feld verlassen hatten. Es könnte auch ein Grund dafür gewesen sein, warum die Emotionen später nach dem Abklatschen so unschön hochkochten.
