OLDENBURG - Bei ihren bisherigen neun Bundesliga-Gastspielen in Ludwigsburg haben die EWE Baskets im Schnitt rund 86 Punkte erzielt – ein überragender Wert für Auftritte in fremder Halle. Die Datenbank des Basketball-Ligaverbandes BBL weist zudem aus, dass den Oldenburgern bei ihren neun Spielen in der nahe Stuttgart gelegenen 85 000-Einwohner-Stadt stolze sieben Siege gelangen. An diesem Mittwoch (20 Uhr) könnten die Baskets diese ohnehin gute Quote verbessern, wenn sie am dritten Bundesliga-Spieltag bei EnBW Ludwigsburg antreten.

Statistiken erfüllen für Baskets-Trainer Predrag Krunic vor allem einen Zweck: Er nimmt sie als Warnhinweis dafür, unbedingt gut vorbereitet und konzentriert ins nächste Spiel zu gehen. „Ein guter Saisonstart sagt noch nichts darüber aus, dass es auch gut weiterläuft“, sagt der 43-Jährige. Den Beweis dafür muss er nicht in der umfangreichen BBL-Statistik suchen; er hat ihn im Kopf. „In der vergangenen Saison sind wir mit vier Siegen in Serie gestartet. Und dann lief es phasenweise doch nicht mehr so, wie wir uns das erhofft hatten.“

In der noch jungen Saison 2011/12 stehen für die Baskets zwei Siege aus zwei Spielen zu Buche. Die daraus resultierende Tabellenführung ist neben der positiven Entwicklung in den vergangenen Jahren ein kleines Indiz dafür, dass sich die Oldenburger zu einem Schwergewicht der Liga entwickelt haben. Die Verantwortlichen um Krunic und Geschäftsführer Hermann Schüller zucken bei diesem Begriff gerne zusammen, weil mit steigenden Erwartungen auch die mögliche Fallhöhe zunimmt. Dennoch ist klar, dass die Baskets in Ludwigsburg (das Team weist 2:2 Punkte auf) als Favorit antreten.

Auf der Internetseite der Gastgeber werden die Oldenburger vor ihrem Auftritt an diesem Mittwoch als „absolutes Topteam“ angepriesen, das im Kampf um die Meisterschaft hinter den Teams aus Bamberg, Berlin und München in „Lauerstellung“ liege. Nun ist es in der PR-Maschinerie der Bundesliga üblich, den nächsten Gegner als besonders gefährlich und interessant darzustellen. Dass man ihm aber so deutlich die Favoritenrolle zuweist, ist nicht die Regel.

Die Ludwigsburger stellten vor Saisonbeginn den Rekord auf, von allen Teams die wenigsten Veränderungen vorgenommen zu haben. Nur drei Spieler stießen dazu, der Trainer Markus Jochum ist seit 2010 im Amt. Eine Stütze des Teams ist John Bowler, der ebenfalls seit 2010 in Ludwigsburg unter Vertrag steht. Den Baskets-Fans ist der Amerikaner vor allem noch aus seiner Zeit bei den Baskets Bonn ein Begriff, mit denen er 2009 die Finalserie gegen Oldenburg verlor.

Hauke Richters
Hauke Richters Sportredaktion (Leitung)