Oldenburg - Boris Herrmann hat kurz vor dem Ende der Weltumseglungs-Regatta Vendée Globe großes Pech gehabt. Etwa 160 Kilometer vor dem Zielort Les Sables d’Olonne an der französischen Atlantikküste kollidierte der gebürtige Oldenburger am Mittwochabend mit einem Fischerboot. Nach Angaben seines Teams blieb Herrmann unverletzt. Allerdings wurde an seinem Boot „Seaexplorer“ auf der Steuerbordseite das Foil beschädigt. Foils sind tragflächen-ähnliche Konstruktionen, die das Boot ab einer gewissen Geschwindigkeit aus dem Wasser heben, um den Widerstand zu verringern und somit die Geschwindigkeit zu erhöhen. Herrmann setzte die Fahrt mit etwa 14 km/h fort und wird das Ziel wohl erst am Donnerstagmorgen erreichen.

Zuvor hatte der Franzose Charlie Dalin bereits das Ziel erreicht. Allerdings stand er damit noch nicht als Sieger fest. Denn mehrere Segler hinter ihm erhalten im Ziel noch Zeitgutschriften, da sie Ende November südlich vom Kap der Guten Hoffnung an einer Rettungsaktion teilgenommen hatten. Auch Herrmann darf daher im Ziel 6:00 Stunden von seiner gesegelten Zeit abziehen. Da er aber mehr als 6:00 Stunden nach Dalin die Ziellinie überqueren wird, kann er den Franzosen nicht mehr einholen. Der Franzose Yannick Bestaven, der noch hinter Herrmann segelte, darf sogar 10:15 Stunden abziehen. Damit hat er noch Chancen auf den Gesamtsieg.

Dalin äußerte im Ziel sein Mitgefühl für Herrmann, als er von der Kollision hörte. Der hatte zuvor wegen der anstehenden Zeitgutschrift sogar noch Chancen auf den Gesamtsieg. Vor der Regatta hatte Herrmann es als „Traum“ bezeichnet, unter die besten Zehn zu kommen.

Hauke Richters
Hauke Richters Sportredaktion (Leitung)