OLDENBURG - Der Rechtsstreit um die Zulassung von Bezirksliga-Meister Türkischer SV zum Aufstieg in die Landesliga landet wie erwartet beim Verbandssportgericht des NFV. Der Spielausschuss des Fußballbezirks Weser-Ems hat dem Vorstand empfohlen, Berufung gegen das Urteil des Bezirkssportgerichtes vom 30. Juni einzulegen. Bezirkssportrichter Stephan Göken hatte dem TSV das Aufstiegsrecht zugesprochen, dem SV Brake aberkannt.
„Wir wollen Rechtssicherheit haben“, begründete Ausschussvorsitzender Werner Busse die Empfehlung. Es gelte, den Präzedenzfall zu verhindern, dass Clubs, die zeitweise gegen NFV-Statuten verstoßen, aufsteigen dürfen. Der Fußballbezirk hatte dem TSV den Aufstieg verweigert, weil dieser in der abgelaufenen Saison kein 11er-Team bei A-, B- oder C-Junioren hatte, das dauerhaft – wie es die Statuten zwingend vorschreiben – am Spielbetrieb teilnahm.
Der SV Brake, dem das Aufstiegsrecht als Vizemeister der Bezirksliga durch den Fußballbezirk zu- und nun durch das Bezirkssportgericht aberkannt wurde, hat bereits Berufung eingelegt. In der Begründung geht Abteilungsvorstand Roland Schiefke darauf ein, dass die C-Jugend, mit der der TSV in die Saison gegangenen war, zwischenzeitlich fast ein halbes Jahr nicht am Pflichtspielbetrieb teilgenommen habe.
Der TSV habe am 22. September 2011 durch eine E-Mail von Fußballobmann Rainer Lamprecht an Bertus Haßebrock und Manfred Walde vom NFV-Kreis Oldenburg-Stadt das „Zurückziehen der C-Junioren“ aus dem Spielbetrieb erklärt und selbst „schriftlich, eindeutig und unmissverständlich, entgegen aller späteren, mündlichen Behauptungen festgestellt, kein spielfähiges C-Juniorenteam mehr zu besitzen“, so Schiefke.
„Wenn nicht einmal mehr eine spielfähige C-Juniorenmannschaft besteht, hat der TSV auch nicht vorgehabt, seine Mannschaft umzumelden, sondern er konnte diese nur abmelden“, widerspricht Schiefke Aussagen des TSV, dessen C-Junioren vom NFV-Kreis im Frühjahr wieder in den Spielbetrieb integriert wurden.
Vor dem Hintergrund, dass ein zurückgezogenes Team für die Dauer des Spieljahres laut Spielordnung keine Pflichtspiele mehr austragen darf, der Spielausschuss das Team aber wieder zuließ, stand für das Bezirkssportgericht fest, dass die C-Junioren zuvor nicht offiziell und mit Genehmigung der spielleitenden Stelle zurückgezogen worden sein konnten.
Weshalb die widerrechtliche Teilnahme am Spielbetrieb ab 13. April 2012 möglich wurde, sei irrelevant und führe nicht zu einer anderen Auslegung der Spielordnung, meint Schiefke. Wie das Verbandssportgericht des NFV unter Leitung von Jürgen Budde den Fall bewertet, bleibt abzuwarten. Ein Urteil könnte im schriftlichen Verfahren noch im Juli gefällt werden. Der Rechtsstreit könnte sich allerdings auch noch lange hinziehen.
