Oldenburg - Als die EWE Baskets Oldenburg ihren höchsten Sieg in der Basketball-Bundesliga feierten, hieß der Trainer noch Sebastian Machowski, der Gegner lautete Phoenix Hagen und der beste Werfer der Baskets war Konrad Wysocki mit 23 Punkten. Am 24. November 2012 gewannen die Oldenburger in der heimischen EWE-Arena mit 113:62. 51 Punkte betrug der Vorsprung damals im Heimspiel gegen Hagen in der kleinen EWE-Arena.
Rekord knapp verpasst
Beim 116:66-Erfolg bei s.Oliver Würzburg verpassten die Baskets diesen Meilenstein in der Club-Geschichte am Ostersonntag nur knapp um einen Punkt. Das störte den Trainer der offensivstärksten Mannschaft der Liga aber nicht. Schließlich zeigte sein Team eine starke Teamleistung. „Es war für uns nicht ganz einfach, an den Feiertagen unsere Familien zu verlassen und an die Arbeit zu gehen. Es war aber auch eine zusätzliche Motivation für uns, die 40 Minuten optimal auszunutzen und zu spielen“, sagte Mladen Drijencic: „Die letzten 20 Minuten waren sehr dominant und erfolgreich, nicht nur offensiv, sondern auch in der Verteidigung.“ Und es gab noch mehr, über die sich der Baskets-Coach nach dem Sieg freuen konnte.
Die Bayern im Visier
Durch den Erfolg in Würzburg haben die Oldenburger nämlich nicht nur den angestrebten vierten Tabellenplatz gefestigt, sondern nun auch Platz drei im Visier. Durch die überraschende Niederlage des FC Bayern (94:95) bei den Gießen 46ers sind die Münchner wieder in Schlagdistanz (42:12 Punkte). Die Baskets haben 40:12 Punkte auf dem Konto und ein Spiel weniger als die Bayern absolviert. Sollten die Münchner also noch einmal ausrutschen, könnte das Drijencic-Team sogar am FCB vorbeiziehen – insofern die Baskets nicht selbst noch Punkte liegenlassen. An Alba Berlin (44:8) und die Riesen Ludwigsburg (50:4) werden die Oldenburger aber nicht mehr herankommen.
Zugang Gabric überzeugt
Und dann war da noch Tomislaw Gabric – die Überraschung am Ostersonntag. Wenige Stunde vor dem Spiel in Würzburg präsentierten die Baskets ihren Zugang und dieser trumpfte bei seinem Debüt auf. Den 25-Jährigen lotsten die Oldenburger von Enea Astoria aus der ersten polnischen Liga an die Hunte. Der kroatische Nationalspieler soll den verletzungsbedingten Ausfall von Nathan Boothe auffangen – und das tat er eindrucksvoll. Gabric stand gegen die Unterfranken 18:29 Minuten auf dem Parkett und legte gleich mal 20 Zähler auf. Dabei versenkte der Zugang sechs seiner acht Dreierversuche. Dazu zeigte der Nationalspieler, dass er nicht nur offensive Qualitäten hat, sondern auch ein unangenehmer Verteidiger ist, der seinen Gegner eng deckt und intensiv verteidigt. Etwas, was auch seinem neuen Coach Drijencic sicherlich gefallen hat.
„Nach der Verletzung von Nathan mussten wir im Kampf um das Playoff-Heimrecht reagieren“, hatte Clubboss Hermann Schüller die Nachverpflichtung begründet: „Wir dürfen das bisher Erreichte nicht verspielen. Es geht für uns um die bestmögliche Ausgangsposition für die Playoffs.“ Die Playoffs haben die Baskets zumindest schon einmal sicher. Und eventuell springt am Ende ja noch eine bessere Platzierung heraus.
