Oldenburg - Eine schnelle wie brisante Lösung hat der VfB Oldenburg bei der Trainersuche gefunden. Nachdem am Tag der Arbeit verkündet worden war, dass Trainer Alexander Kiene in der neuen Saison nicht mehr an der Seitenlinie stehen wird, hat die sportliche Führung des Fußball-Regionalligisten an den folgenden Tagen eifrig gearbeitet, um die Nachfolge möglichst rasch zu klären. Nur rund 72 Stunden nach der Nachricht von Kienes Abgang wurde am Montag verkündet, dass Dario Fossi von Stadtrivale VfL in der neuen Spielzeit als Chefcoach die Verantwortung trägt.

„Wir haben einen Trainer“, verriet Sportleiter Frank Claaßen schon am früheren Nachmittag auf NWZ-Anfrage. Am frühen Abend war dann klar, wer es ist und warum der Name bis dahin noch geheim bleiben sollte. Fossi musste nach der Einigung mit dem Regionalligisten wohl erst beim Oberligisten vorstellig werden und seinen Abgang erklären.

„Ich war sehr gerne beim VfL und hätte die Arbeit mit meinem tollen Team auch fortgesetzt, aber der VfB ist natürlich nochmal eine Herausforderung, die ich gerne annehme“, erklärte der A-Lizenz-Inhaber, der schon vor einem Jahr Nachfolger von Marco Elia hätte werden können: „Da sind wir letztlich nicht zusammengekommen – umso schöner ist es, dass es jetzt klappt“, sagte der 38-Jährige, der Ex-VfB-Spieler Daniel Isailovic als Co-Trainer vom Oberligisten mitbringt.

Fossi war seit 2016 beim VfL und führte diesen zwei Jahre später sensationell in die Regionalliga. Nach dem sofortigen Wiederabstieg spielte das Team in der nun kurz vor dem Abbruch stehenden Saison in der Oberliga wieder um den Aufstieg mit. „Die jüngsten Erfolge sind eng mit seinem Namen verknüpft“, sagt VfB-Sportvorstand Andreas Boll über die Arbeit des Chefcoaches beim Stadtrivalen.

„Dario ist es immer wieder gelungen, den Verlust von Leistungsträgern zu kompensieren. Er ist ein Trainer, der bereits gezeigt hat, dass er Spieler entwickeln kann“, sagte Claaßen. Auch die gute Vernetzung des ehrgeizigen Trainers in Richtung des JFV Nordwest sei ein wichtiger Aspekt, betonte der Sportleiter.

Als Spieler verbrachte der gebürtige Offenbacher einen Großteil seiner Karriere an der Jade, wo er auch privat heimisch geworden ist. Beim SV Wilhelmshaven verdiente sich der ehemalige Abwehrspieler seine ersten Sporen als Trainer im Nachwuchsbereich, ehe er im Juli 2014 die erste Männermannschaft des SVW übernahm und dann zum VfL ging. Fossi nutzt eine vereinbarte Ausstiegsklausel für den Wechsel zum Stadtnachbarn.

Jan-Karsten zur Brügge
Jan-Karsten zur Brügge Sportredaktion