Oldenburg - Der Fußballkreis Oldenburg-Stadt löst sich wie erwartet zum 30. Juni auf. Zusammen mit den Kreisen Ammerland, Friesland, Wesermarsch und Wilhelmshaven bilden die Oldenburger dann ab dem 1. Juli den neuen Großkreis Jade-Weser-Hunte.

Zahlen und Fakten zum NFV-Kreis Oldenburg-Stadt:

Mit 860 Mitgliedern wurde im Jahr 1907 der „Verband Oldenburger Ballspielvereine“ gegründet. Er legte eine richtungsweisende Satzung fest, die in vielen Punkten noch heute gültig ist.

Nach der Gründung des Niedersächsischen Fußballverbandes (NFV) fand 1946 die Gründung des Sportbezirks Oldenburg – Sparte Fußball – statt. Kreisvorsitzender war Rudolf Gideon. Der geregelte Spielbetrieb startete in der Saison 1947/48. Dafür wurden vier Landesliga-Staffeln gegründet. Die Landesliga Niedersachsen war die zweithöchste Spielklasse im deutschen Ligasystem, in der die Mannschaften vom VfB und VfL starten durften.

Die ersten Frauenteams in Oldenburg wurden im Jahr 1970 beim VfL und Polizei SV gegründet. Die erste Oldenburger Mädchenmannschaft gab es 1974 beim Post SV.

Die Gebietsreform im Jahr 1974 wirkte sich einschneidend auf den Kreisverband Oldenburg-Stadt aus. Sieben Ammerländer Vereine und neun Vereine aus dem Landkreis Oldenburg verließen den hiesigen Kreisverband, da Fußballkreise mit den politischen Kreisen übereinstimmen mussten.

Aktuell gehören dem Fußballkreis 23 Vereine mit insgesamt 7065 Mitgliedern an (Stand 1. Januar 2018). Am Spielbetrieb nehmen 19 Vereine mit 275 Mannschaften (61 Senioren-, 12 Frauen-, 175 Junioren- und 27 Juniorinnenteams) teil.

„Wie in den anderen vier Kreisen auch stimmten bei uns in Oldenburg alle anwesenden Delegierten für die Auflösung des alten Kreises und den Beitritt zum neuen Großkreis“, freute sich Manfred Walde über die breite Zustimmung. Walde, der bis zum 30. Juni noch Oldenburger Kreisvorsitzender ist, soll ab dem 1. Juli den neuen Großkreis leiten.

„Wir haben in den vergangenen Jahren viele Gespräche mit den Vereinen in den bisherigen fünf Kreisen geführt. Dabei haben wir auch die bei einigen anfangs vorhandene Skepsis überwinden können. Wir bedanken uns bei allen, die uns ihr Vertrauen geschenkt haben“, sagte Walde über den Weg zum neuen Fußballkreis. Am 1. Juli soll der neue Fußballkreis Jade-Weser-Hunte in Spohle gegründet werden. „Jetzt müssen wir gemeinsam Wege finden, wie wir vor allem Jugendliche wieder stärker an den Fußball und auch an die Vereine binden können“, beschrieb der designierte Vorsitzende des neuen Kreises eine der Hauptaufgaben für die kommenden Jahre.

Oldenburgs Bürgermeisterin Germaid Eilers-Dörfler und Ulrich Pohland vom Stadtsportbund schlugen in die gleiche Kerbe. Sie lobten die Fußballer für ihre Weitsicht und ihren Mut, mit dieser Neustrukturierung den Fußballsport im Bereich des neuen Großkreises langfristig zu sichern. Auch die Stadt Oldenburg will ihren Beitrag dazu leisten, indem sie in allen Stadtteilen einen zusätzlichen Kunstrasenplatz mit Flutlichtanlage errichten wird. Den Anfang soll in Bloherfelde der Sportplatz an der Kennedystraße machen, der 2019 fertig sein soll. Die Planungen für die Standorte in den anderen Stadtteilen sind bereits angeschoben.

Besonders stolz äußerten sich Walde und Dieter Ohls, Vorsitzender des Fußballbezirks Weser-Ems, über die Erfolge der Oldenburger Vereine. Bei den Männern stieg VfL Oldenburg in die Regionalliga auf und TuS Eversten schaffte die Rückkehr in die Bezirksliga. Die Frauen des FC Ohmstede spielen zukünftig in der Landesliga, zudem erreichten die Mädchenmannschaften des FCO und des Krusenbuscher SV einige Erfolge.

Da durch die Auflösung des Fußballkreises keine Vorstandswahlen mehr nötig waren, standen die Ehrungen verdienter Ehrenamtlicher im Mittelpunkt des letzten Kreistages. Rainer Hilgenberg wurde mit der Silbernen Ehrennadel des Niedersächsischen Fußballverbandes ausgezeichnet. Hilgenberg ist seit 26 Jahren für den Fußballkreis Oldenburg-Stadt tätig und ist Vorsitzender des Sportgerichts. Außerdem ist er seit 2006 Vorsitzender des SV Eintracht.

Mit der Goldenen Ehrennadel des NFV wurden Ulrich Titze und Ottmar Bittner geehrt. Titze (SV Ofenerdiek) arbeitet seit 1966 als Beisitzer und Staffelleiter im Kreisjugendausschuss. 1982 stieg Ottmar Bittner (TuS Eversten) als Beisitzer im Schiedsrichterausschuss ein. Von 1992 bis 2001 war er Schriftführer des Vorstands, seitdem ist er Schatzmeister des Kreisverbandes. Seit 2015 vertritt er auch noch den Vorsitzenden Walde. Zudem wurden die Meister und Fairnesspreissieger der einzelnen Kreisklassen durch den Spielausschussvorsitzenden Horst Rickels ausgezeichnet. Rickels gab den Vereinsvertretern auch die ersten Termine der neuen Saison bekannt.

Die Jade-Weser-Hunte-Liga (bisher Fusionsliga) startet am 8. August, in den Kreisklassen sollen die ersten Spiele am 18. und 19. August angepfiffen werden.