OLDENBURG - Die Gäste suchen ihr Heil in der Offensive. Beim VfL fallen Marco Kück und Christian Claaßen wohl aus.
Von Henning Busch
OLDENBURG - Zwei unterschiedliche Spielphilosophien prallen am Sonntag (15 Uhr, Alexanderstraße) beim Niedersachsenliga-Heimspiel des VfL Oldenburg gegen den SV Bavenstedt aufeinander. Während sich VfL-Coach Frank Claaßen – zu seiner aktiven Zeit selbst ein umsichtiger Defensiv-Allrounder – eher an der alten Basketball-Weisheit „Offense wins games, Defense wins championchips“ (eine gute Offensive kann Spiele entscheiden, die Defensive aber entscheidet über Meisterschaften) orientiert, überrascht der momentan beste Aufsteiger der Liga mit extrem offensiv ausgerichtetem Hau-Ruck-Fußball.„Ich habe mit mehren Trainerkollegen über Bavenstedt gesprochen, und alle waren sich in einem einig: Die werden auch bei uns volle Pulle nach vorne spielen und hinten auf den lieben Gott hoffen“, erwartet Claaßen viel Arbeit für seine trotz des 0:4 beim TSV Havelse immer noch beste Abwehr der Liga. „Die Zuschauer dürfen sich daher auf einen attraktiven, offensiven Schlagabtausch freuen, denn wir werden natürlich versuchen, die sich zwangsläufig ergebenden Schwächen in Bavenstedts Hintermannschaft auszunutzen und auf heimischem Platz zu punkten.“
Allerdings zieht sich das Problem der Abschlussschwäche seit dem Saisonstart wie ein roter Faden durch die VfL-Bilanz (3 Siege, ein Remis, zwei Niederlagen). Während die Grünen erst fünf Mal ins gegnerische Tor trafen, gelang dies den Gästen aus Hildesheim bereits 18 Mal. Dafür kassierte die Mannschaft von Coach Gerhard Celnik aber bereits 16 Gegentore. Dennoch: Bislang steht für Bavenstedts Hurra-Fußball erst eine Niederlage zu Buche, beim Tabellendritten SV Wilhelmshaven II.
Auch wenn VfL-Trainer Frank Claaßen nicht allzu viele personelle Alternativen zur Verfügung stehen – die angeschlagenen Routiniers Marco Kück und Christian Claaßen werden aller Wahrscheinlichkeit nach erneut ausfallen – kündigt er die „eine oder andere Änderung“ gegenüber dem Havelse-Spiel an. So ist es gut möglich, dass die VfLer die Viererkette auf eine Dreierkette zusammenschrumpfen lassen, um den Offensivdrang der Gäste bereits im defensiven Mittelfeld mit einem Mann mehr abzuwürgen.
Ganz vorne bleibt weiterhin das Prinzip Hoffnung, dass die Offenisivkärfte ihr zweifelsohne vorhandenes Potenzial endlich abrufen – und treffen.
