Oldenburg - Fehlende Kreativität lässt sich der BBL-Spitze und den Clubchefs der Bundesligisten nicht vorwerfen. Dieser Plan, wie die Saison fortgesetzt werden soll, ist einer, der nicht mal eben aus der Schublade gezaubert werden kann.
Aber was ist das für eine seltsame Mini-Meisterschaft? Und ist es fair, dass nur noch die dabei sind, die es sich leisten können? Schließlich hatten vor Saisonbeginn 17 Teams die damals geltenden Lizenzauflagen erfüllt. Die von niemandem vorhersehbare Corona-Krise hat dafür gesorgt, dass nur noch zehn Mannschaften in der Lage sind, die Saison zu Ende zu spielen. Außerdem kann man – genau wie im Fall der Fußball-Bundesliga – darüber streiten, ob es sein muss, in Zeiten von starken Einschränkungen des öffentlichen Lebens wieder Profisport zu ermöglichen. Viele Fans werden dies bejahen. Diejenigen, die kein Interesse an Sport haben, werden abfällig den Kopf schütteln.
Eines ist aber klar: Wir werden uns in vielen Teilen des Lebens damit arrangieren müssen, dass Gewohnheiten aus der Vor-Corona-Zeit nun ganz anders aussehen. Dazu gehört, dass wir inzwischen vor dem Betreten mancher Geschäfte gefragt werden, was wir denn dort drinnen überhaupt wollen. Und vielleicht werden wir bald in bislang noch nicht vorstellbarer Sitzordnung in einem Theater oder Kino Platz nehmen. Und wir werden uns im TV Geisterspiele ansehen, die steril und seltsam wirken. Und das tun wir alles, um wieder etwas mehr Normalität zu spüren.
