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Oldenburg kämpft um Aufstieg in 3. Liga Warum die Zahl der VfB-Rivalen sinkt

Hauke Richters
Hauke Richters Manfred Mietzon

Oldenburg - Im Kampf um den sportlichen Aufstieg in die 3. Liga hat Fußball-Regionalligist VfB Oldenburg auf den ersten Blick auch mehrere zweite Mannschaften von Profiteams als Rivalen.   

Wie sieht die aktuelle Situation aus ?

In der Südstaffel der Regionalliga Nord ist derzeit Werder Bremen II der hartnäckigste Verfolger von Tabellenführer Oldenburg. In der Nordstaffel führt Holstein Kiel II die Tabelle an. Die jeweils besten fünf Teams aus Nord- und Südstaffel erreichen die Aufstiegsrunde. In diese werden nur die Punkte mitgenommen, die die Teams gegen die übrigen Aufstiegsrunden-Teilnehmer aus derselben Staffel erspielt haben. In der Aufstiegsrunde spielen die Mannschaften eine Hin- und Rückrunde gegen die Kontrahenten aus der jeweils anderen Staffel, es gibt keine neuerlichen Duelle mit Gegnern aus derselben Staffel. Am Ende bestreitet der Aufstiegsrunden-Meister zwei Aufstiegsspiele gegen den Meister der Regionalliga Nordost.  

Können und wollen die Reserveteams aufsteigen ?

Der Aufstieg eines Reserveteams in die 3. Liga wäre nach Angaben des Deutschen-Fußball-Bundes (DFB)

Spitzenspiel

In der Regionalliga Nordost (dort wird in einer 20er-Liga durchgespielt) steht an diesem Freitag das Spitzenspiel an. Tabellenführer Berliner AK, der zwei Punkte vor Dynamo Berlin liegt, kann seinen Vorsprung auf fünf Zähler ausbauen. Der Meister der Regionalliga Nordost bestreitet am Saisonende zwei Aufstiegsspiele gegen einen Vertreter der Regionalliga Nord. Die Meister der Regionalligen West, Südwest und Bayern steigen 2022 direkt in die 3. Liga auf.

möglich, auch wenn die Profimannschaft desselben Clubs in der 2. Bundesliga spielt. In jener 2. Bundesliga sind derzeit die ersten Mannschaften von Werder und Kiel unterwegs. In der Praxis hat es einen solchen Fall seit Gründung der 3. Liga (2008) aber noch nie gegeben. Die Konstellation, dass die erste Mannschaft in der 1. Bundesliga spielt und die Reserve in der 3. Liga kickt, gab und gibt es dagegen schon häufiger – derzeit ist das bei Borussia Dortmund und beim SC Freiburg der Fall.

Die zweite Mannschaft in die 3. Liga zu ziehen, während die eigene Erste in der 2. Liga spielt, erscheint aber aus wirtschaftlichen Gründen sehr unwahrscheinlich. Denn um in der 3. Liga ein konkurrenzfähiges Team zu haben, ist Schätzungen zufolge ein Etat von mindestens drei oder vier Millionen Euro nötig. Die Zweitligisten, die deutlich kleinere Etats als die Erstligisten haben, würden sich so eine kostspielige Konkurrenz im eigenen Hause schaffen. Bei der Konstellation 1./3. Liga sieht das anders aus, viele Erstligisten wären bzw. sind finanziell in der Lage, sich eine teure Reservemannschaft zu leisten.

Weder in Kiel noch in Bremen wollen die Clubs derzeit klare Aussagen treffen, ob die zweite Mannschaft im Fall des sportlichen Aufstiegs denn in die 3. Liga gehen würde. „Wir haben uns darüber noch keine Gedanken gemacht“, heißt es in Kiel auf eine entsprechende Anfrage unserer Zeitung. „Zum jetzigen Zeitpunkt ist in dieser Hinsicht noch keine Entscheidung gefallen, ob wir für die 3. Liga melden“, teilt Werder auf Anfrage mit und nennt so einen weiteren wichtigen Punkt: Um aufsteigen zu können, muss vorher ein entsprechender Lizenzantrag gestellt werden. Im Vorjahr hatten die Bremer einen solchen Antrag für die Saison 2021/22 nicht einmal eingereicht. Kurzum: Es erscheint nahezu ausgeschlossen, dass Kiel II oder Werder II dem VfB einen Platz wegnehmen würde. Ändern könnte sich daran wohl nur etwas, wenn das jeweilige Profiteam in die 1. Liga aufsteigt – danach sieht es aktuell aber nicht aus. Zudem wäre ein Doppel-Aufstieg eine gewaltige finanzielle Herausforderung für einen Verein.      

Welcher Nordclub geht in die Aufstiegsspiele ?

Sollten Kiel II und Werder II in der Aufstiegsrunde vor Oldenburg die Plätze eins und zwei belegen, könnte das VfB-Team von Trainer Dario Fossi trotzdem in die Aufstiegsspiele gegen den Nordost-Meister gehen. Denn die DFB-Spielordnung sieht vor, dass die nächstplatzierte aufstiegsberechtigte Mannschaft nachrückt, wenn die eigentlich berechtigte Mannschaft verzichtet. Das war zuletzt 2020 der Fall, als der SV Rödinghausen als Meister der Regionalliga West nicht aufsteigen wollte. Der Zweitplatzierte SC Verl rückte nach und bestritt erfolgreich die Aufstiegsspiele gegen den Nordost-Vertreter Lokomotive Leipzig.

Hauke Richters
Hauke Richters Sportredaktion (Leitung)
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