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NWZonline.de Sport

Hip-Hop mit Leidenschaft und Siegeswillen

18.05.2019

Oldenburg „Fünf, sechs, sieben, acht“, die Stimme von Tanzlehrerin Jamina Flowers kämpft gegen den lauten Hip-Hop an, der durch den von Spiegeln gesäumten Raum der „Dance Art Company“ in Oldenburg hallt. Die Schritte der Tänzer sind konzentriert, energiegeladen, gezielt, auf den Punkt genau. Sie hören auf die Musik, zählen gedanklich die Takte mit. Nur das Quietschen der Sneaker auf dem glatten Boden und die durchdringende Stimme von Jamina unterbrechen die rhythmische, basslastige Musik.

In ihrer Tanzschule „Dance Art Company“ unterrichtet Jamina ihre Hip-Hop-Formation „Rhythm&Style“. Während des eineinhalb Stunden langen Trainings versucht sie, die letzten Fehler der Choreografie auszubessern. Bis zur ersten Meisterschaft sind es nur noch wenige Trainingstermine. „Eure Hände sind hier diagonal und geöffnet. Und ihr dürft euch auf gar keinen Fall umdrehen – das haben beim letzten Mal viele falsch gemacht“, ruft sie in den Raum. Vor der 33-Jährigen stehen 21 Tänzerinnen – und ein Tänzer – und alle hören auf ihr Kommando. Jeder Schritt muss sitzen.

Seit zehn Jahren

Schon an diesem Samstag, 18. Mai, steht die erste Norddeutsche Hip-Hop-Meisterschaft im schleswig-holsteinischen Bad Oldesloe an. Eine Woche später wird die Formation bei einer weiteren Norddeutschen Meisterschaft in Posthausen auf der Bühne stehen und sich beweisen müssen.

Hip-Hop-Tanz

Jamina Flowers unterrichtet nicht nur „Rhythm&Style“, sondern auch die Wettkampfformation „Urban Style“ für Tänzer im Alter von 15 bis 18 Jahren und die Ü30-Formation „Hip Style“. Bei „Hip Style“ ist auch Jaminas 63-jährige Mutter Mitglied, die ebenfalls Tanzlehrerin ist.

Ausrichter der Hip-Hop-Meisterschaften sind unter anderem die DHTO (Deutsche Tanzlehrer und Hip-Hop Tanzlehrer Organisation) und das DAT (Deutsches Amateur Turnieramt).

Die Dance Art Company befindet sich in der Emsstraße 8 in Oldenburg auf dem Gelände des Maco-Einkaufcenters. Neben Hip-Hop werden auch Standard- und Lateintanz, Ballett, Stepptanz, Kindertanz und Modern Dance angeboten.

Die NWZ wird „Rhythm&Style“ auf der Meisterschaft am 25. Mai begleiten.

    www.danceartcompany.de

Sechs Monate lang trainieren die 19 bis 33 Jahre alten Tänzer, um eine drei Minuten lange synchrone Choreografie abzuliefern. Fertig ist die Choreo bereits mehrere Wochen vor der ersten Meisterschaft. Doch dann kommt es auf Kleinigkeiten an. „Die Jury achtet zum Beispiel auf Synchronität, Ausdruck, Musikauswahl und den Schwierigkeitsgrad der Schritte“, erklärt Jamina.

Vor sieben Jahren hat sich die heute 33-Jährige mit ihrer eigenen Tanzschule selbstständig gemacht. Schon davor gab es die Tanzgruppe „Rhythm&Style“. Die Formation nimmt seit mehr als zehn Jahren an Wettkämpfen teil und setzt sich auch regelmäßig gegen überregionale Gruppen durch. Derzeit ist sie amtierender Norddeutscher Meister – und der Titel möchte verteidigt werden.

Wöchentliches Training

Lediglich einmal in der Woche trainiert die Gruppe. Jamina weiß, dass andere Hip-Hop-Teams zwei- bis dreimal trainieren und sie deshalb besonders streng sein muss. „Ich weiß, ihr müsst viel Kondition haben, das ist hart. Aber wir müssen uns steigern, nur so werden wir besser“, sagt sie nach einer besonders intensiven Einheit.

Analyse im Video

Für die Tanzlehrerin geht die Arbeit nach dem Training indes noch weiter: „Jetzt beginnt die Phase, in der ich die Gruppe filme. Dann gucke ich mir das Video gefühlt 100 Mal an und achte auf jeden Einzelnen“, sagt sie ein paar Wochen vor der ersten Meisterschaft. Nur so könne sie jeden noch so kleinen Fehler ausbügeln. „Jeder achtet beim Tanzen auf sich, und durch die Videos können wir zusammen an jeder Kleinigkeit arbeiten“, weiß die erfahrene Tanzlehrerin.

Neben den Schrittabfolgen sind auch die komplexen Aufstellungswechsel wichtig. Die müssen sitzen, damit keiner aus der Reihe tanzt – denn das würde sofort auffallen.

Die Choreografie besteht in dieser Saison aus drei Stilen. Neben dem Old School Hip-Hop, der Jamina besonders am Herzen liegt, tanzt „Rhythm&Style“ auch eine abgewandelte Form von „Jump Style“, der vor allem in elektronischer Musik vorkommt. Der dritte Teil ist das sinnliche „Voguing“ – ein Stil, der in den 1980er Jahren in der homosexuellen Subkultur von New York entstanden ist.

Damit bewegt sich die Gruppe auf neuem Terrain. In den vergangenen Jahren hatte sich die Tanzlehrerin fast ausschließlich auf den klassischen Hip-Hop konzentriert. „Wir wollen mal gucken, wie das ankommt, und bemühen uns auch sehr um die tänzerische Vielfalt“, erklärt sie.

Ein Mann im Team

Vielfältig ist auch die Formation an sich. Allerdings steht nur ein Mann mit „Rhythm&Style“ auf der Bühne: Benedikt Rieger, 26 Jahre alt, tanzt schon seit vielen Jahren in der Gruppe. „Bei Jaminas Mama hab’ ich Stepptanz gelernt. Dann wollte ich etwas mit mehr Power und bin zum Hip-Hop gewechselt“, sagt er. Benedikt übt auch in seiner Freizeit jeden gelernten Schritt. „Beim Wettkampf möchte ich zeigen, was wir können. Das ist für mich ein richtiger Ansporn“, sagt er.

Von Anfang an dabei

So sieht das auch Jana Niemann. Sie ist 33 Jahre alt und schon von Anfang an bei „Rhythm&Style“ dabei. Der Nervenkitzel und die Herausforderung der Wettkämpfe gefallen ihr. „Es ist jede Saison etwas Neues. Da ist es dann auch nicht schlimm, dass alle um mich herum jünger sind“, sagt sie. In ihrer Zeit bei der Formation ist sie zweimal Deutscher Meister geworden und hat etliche Norddeutsche Meisterschaften nach Oldenburg geholt.

Hip-Hop zählt

Wie sich „Rhythm&Style“ in diesem Jahr bei den Meisterschaften schlägt, wird sich noch zeigen. „Klar, die Nervosität steigt, und jedes Jahr frage ich mich kurz vor den Meisterschaften: Klappt es, klappt es nicht? Aber die Gruppe ist super ehrgeizig“, sagt Jamina. Wenn „Rhythm&Style“ endlich auf der Bühne steht, dann zählt nicht, wer der jüngste oder älteste Tänzer ist, oder wer einmal im Training gefehlt hat. Dann zählen der kraftvolle Hip-Hop, eine ausdrucksstarke Performance und der unbedingte Wille zu gewinnen.


Sehen Sie ein Video unter   www.nwzonline.de/videos 
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