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Oldenburgs Talentschmiede 40 Jahre Trainer und nicht müde


Leitet die zentrale Einrichtung des Hochschulsports an der Oldenburger Universität: Martin Hillebrecht.
privat

Leitet die zentrale Einrichtung des Hochschulsports an der Oldenburger Universität: Martin Hillebrecht.

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Oldenburg - Eine der spektakulärsten, aber auch anspruchsvollsten Disziplinen der Leichtathletik ist sicherlich der Stabhochsprung. Einer, der sich dieser Disziplin bereits seit Jahrzehnten voll und ganz verschrieben hat, ist Martin Hillebrecht vom DSC Oldenburg. „Diese Disziplin erfordert sehr viele Fähigkeiten wie Mut, Schnelligkeit, Kraftfähigkeit, Lernfähigkeit sowie turnerische Fertigkeiten“, erzählt der passionierte Springer, der noch vor zwei Jahren an der Senioren-EM teilgenommen hat. Dort wurde er Fünfter.

Unter Sportlern gereift

In einer leichtathletikaffinen Familie aufgewachsen begann der 57-Jährige bereits im Alter von fünf Jahren in Bad Gandersheim mit der Leichtathletik, wo er zunächst auf der Tartanbahn unterwegs war und erst als 16-Jähriger zu den Springern fand. „Sowohl mein Vater als auch mein Bruder waren da schon recht erfolgreich als Springer unterwegs, aber erst ein Wachstumsschub mit 16 sorgte dafür, dass ich zum Hochsprung wechselte“, erinnert er sich zurück an die Zeit, in der er nicht nur zum Springer wurde, sondern auch seine Trainerkarriere begann. „Ich gehöre wohl zu den wenigen Trainern, die ihre C-Trainer-Ausbildung bei ihrem Vater gemacht haben.“

Bereits mit 18 Jahren trainierte er seine erste Erwachsenentrainingsgruppe. Da Bad Gandersheim in dieser Zeit eine Hochburg im Stabhochsprung war, in der gleich mehrere Springer über 4,50 Meter sprangen, war es nur eine Frage der Zeit, bis auch der junge Martin Hillebrecht zum Stab greifen würde. Ein Jahr später war es dann soweit. „Eigentlich war ich schon zu alt, um mit dem Stabhochsprung zu beginnen. Wenn man in dieser Disziplin ganz vorne mit dabei sein will, muss man schon mit etwa zwölf Jahren beginnen und dann über Jahre eine enorme Konsequenz an den Tag legen.“

Aber auch als Spätstarter können sich seine Erfolge durchaus sehen lassen. So wurde er nicht nur Landes- und Norddeutscher Meister, sondern schaffte auch den Sprung in die Top Ten bei den Deutschen Meisterschaften. Seine Bestleistung von 5,03 Meter würde auch heute noch für Platz 25 in der deutschen Bestenliste reichen.

Sportliche Erfolge

Bad Gandersheim war aber nicht nur eine Hochburg des Stabhochsprungs der Männer, sondern auch eine Keimzelle des Frauenstabhochsprungs. Bereits 1984 stellte Hillebrechts spätere Ehefrau Natascha in Göttingen einen ersten deutschen Rekord auf. Es sollte aber noch acht weitere Jahre dauern, bis in dieser Disziplin erstmals eine Deutsche Meisterin gekürt wurde. „Wir waren einer der ersten Vereine, die das in Deutschland eingeführt haben, und haben auch den Antrag auf Anerkennung als offizielle Disziplin gestellt“, erzählt Hillebrecht, der den Stabhochsprung 1998 nach Oldenburg brachte, stolz.

Wie schon zuvor war er aber auch beim DSC zunächst nicht nur in seiner Paradedisziplin als Trainer aktiv, so führte er z.B. Romy Wollstein zum Landesmeistertitel im Mehrkampf. Trotz aller Erfolge war er vor zehn Jahren schon einmal kurz davor, seine Trainerkarriere zu beenden, ehe ihm ein 13-jähriges Talent über den Weg lief, das schon früh zu den Besten in Deutschland gehörte. Die Rede ist von Friedelinde Petershofen (SC Potsdam), die es unter Hillebrecht bis auf Platz drei bei den deutschen U-20-Meisterschaften schaffte und mittlerweile sogar an einer WM teilgenommen hat.

Dozent an der Uni

Hillebrecht trainiert derzeit eine gemischte Trainingsgruppe mit Athleten aus dem gesamten Nordwesten – darunter auch seine Tochter Yentamie. Solange die Gruppe noch zusammen bestehe, werde er weitermachen. „Als meine Frau gestorben ist, war das Training das einzige in meinem Leben, das so etwas wie Normalität bedeutete. Das hat mir sehr geholfen in dieser schweren Zeit. Aber ich mache das jetzt seit 40 Jahren, und irgendwann ist Schluss“, verspricht der Privatdozent, der an der Oldenburger Universität die zentrale Einrichtung Hochschulsport leitet.

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