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NWZonline.de Sport

Baskets-Profi feiert Debüt als Buch-Autor

06.12.2018

Oldenburg Wenn Sportler sich dazu entscheiden, ein Buch zu schreiben, handelt es sich dabei zumeist um mehr oder weniger lesenswerte Biografien, in denen auf die eigene Karriere zurückgeblickt wird. Philipp Schwethelm ist vom Ende seiner Laufbahn als Basketballprofi noch ein Stück entfernt, dennoch hat der sich der 29-Jährige vom Bundesligisten EWE Baskets Oldenburg nun ebenfalls unter die Autoren gewagt – dabei aber einen ganz eigenen Ansatz gewählt.

Bachelor-Arbeit im nächsten Jahr geplant

Sein Debüt in der Basketball-Bundesliga gab Philipp Schwethelm im Oktober 2005 bereits als 16-Jähriger für die Köln 99ers. In Köln legte er auch sein Abitur ab. Bei den Eisbären Bremerhaven (2009 bis 2011) reifte er zum Nationalspieler, danach kam er über die Stationen FC Bayern und Ratiopharm Ulm zu den EWE Baskets Oldenburg, wo er seit 2015 unter Vertrag steht. An diesem Sonntag (15 Uhr) steht Schwethelm beim Auswärtsspiel der Baskets in Bonn vor seinem 424. Bundesligaspiel. Neben seiner Profikarriere absolviert er ein berufsbegleitendes Fernstudium an der Hochschule Ansbach mit dem Schwerpunkt „International Management“. Im nächsten Jahr will er seine Bachelor-Arbeit schreiben.

Schwethelm hat einen Ratgeber (mit-)geschrieben, der sich an Profisportler und solche, die es werden wollen, richtet. „Profi sein – nicht nur im Sport“, lautet der Titel des Sachbuchs, welches im Springer-Verlag erschienen und seit Kurzem als E-Book (Preis: 19,99 Euro) und als gedruckte Ausgabe (Preis plus E-Book: 24,99 Euro) im Handel erhältlich ist. Auf insgesamt 438 Seiten erhalten Spitzensportler Tipps, wie sie schon während ihrer Sportkarriere vorsorgen können, um danach nicht vor dem Nichts zu stehen.

Interviews mit 50 Sportlern

„Ich bin stolz, dass das Buch nun endlich fertig ist. Das ist ein cooles Gefühl“, sagt Schwethelm, der im Trainingsdress der Baskets das Cover schmückt. Die Idee zu dem Buch, das auch auf das Interesse von Fans und Eltern von ambitionierten Nachwuchssportlern abzielt, habe er schon länger mit sich herumgetragen, erzählt Schwethelm. Vor zweieinhalb Jahren schließlich machte er sich an die Umsetzung und besorgte sich die Unterstützung von zwei Freunden, die auf ihrem Gebiet ebenso wie Schwethelm Profis sind.

So entstand ein Buch, das in dieser Art einzigartig ist und dessen Kapitel in drei Oberbereiche gegliedert sind. Finanzberater Jörg Bencker aus Bamberg schreibt über Vermögensaufbau und finanzielle Absicherung, der Kölner Steuerberater Patric Böhle über die Bedeutung des Steuerrechts und mögliche Fallstricke. Schwethelm berichtet mit Anekdoten versehen von seinem Weg vom talentierten Jugendspieler zu einem der besten deutschen Basketballer (49 Länderspiele) und beschreibt, wie er währenddessen die finanziellen und beruflichen Weichen für die Zeit nach der Laufbahn stellte.

Ergänzt wird das Sachbuch durch Interviews mit insgesamt 50 bekannten ehemaligen oder aktiven Sportlern. Zu Wort kommen unter anderem Heiner Brand (früherer Handball-Bundestrainer), Fußballer Neven Subotic (zweimaliger deutscher Meister mit Borussia Dortmund, jetzt in St. Etienne/Frankreich), und die mehrfache Schwimm-Weltmeisterin Sandra Völker, die ihre Insolvenz erfolgreich überstanden hat und jetzt selbstständige Kleinunternehmerin ist.

Nur wenige Profis sorgen vor

Schwethelms Jahreseinkommen wird vom Basketball-Fachmagazin „Big“ auf 200 000 Euro geschätzt. Damit dürfte der Ex-Nationalspieler zu den Besserverdienern in der Liga zählen, in der sich laut Schwethelm das Gros der Spieler-Gehälter von unter 50 000 bis zu 300 000 Euro netto bewegt. „Wenn man es klug anstellt, kann man sich damit eine gute Basis schaffen“, sagt Schwethelm, der aber mehrere Beispiele von Spielern kennt, die sich eben kaum etwas zur Seite gelegt haben.

Der Bedarf für einen Ratgeber sei deshalb groß, sagt Schwethelm. Nach seiner Einschätzung würden sich 95 Prozent der Spieler der Basketball-Bundesliga nicht mit beruflicher Ausbildung, finanziellen Anlagemöglichkeiten oder einer Invaliditätsversicherung auseinandersetzen. „Das ist alarmierend“, sagt der Jung-Autor. Auch im Fußball gibt es Nachholbedarf: Laut einer Studie der Vereinigung der Vertragsfußballer (VDV) beschäftigt sich nur rund jeder dritte Spieler der drei höchsten Spielkassen mit seiner nachfußballerischen Zukunftsplanung.

Ihm selbst sei es zu Beginn seiner Karriere nicht anders gegangen, erzählt Schwethelm. Erst bei Bayern München habe durch Gespräche mit seinem damaliger Trainer Dirk Bauermann ein Umdenken stattgefunden. Von Bauermann, früherer Basketball-Bundestrainer und derzeit in China als Coach tätig, stammt auch das Vorwort zum Buch.

Christopher Deeken
Redakteur
Sportredaktion
Tel:
0441 9988 2031

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