Oldenburg - Das war’s. Der letzte Vorhang ist gefallen. Rickey Paulding verlässt Deutschlands größte Basketball-Bühne. Nach 15 Jahren schloss sich am Sonntagnachmittag sein sportliches Kapitel bei den EWE Baskets Oldenburg. „One more time“, (Noch einmal) schrieb der 39-Jährige noch vor seinem letzten Bundesliga-Spiel auf Instagram und veröffentlichte dazu ein Bild mit seinen Basketball-Schuhen auf dem Parkett. Sein letzter Auftritt beim finalen Spieltag bei den Riesen Ludwigsburg (102:86) war nicht minder bewegend, als noch zwei Tage zuvor in Oldenburg.
Emotionale Reise
Binnen 48 Stunden durchlebte die Nummer 23 eine emotionale Reise. Schon vor der Partie in Ludwigsburg begleiteten über 200 Oldenburger Anhänger – so gut wie alle trugen ein Paulding-Trikot – den Mannschaftsbus in Richtung Halleneingang, um das Team zu begrüßen. Als die Club-Legende das Fahrzeug verließ, wurde der US-Amerikaner mit „Rickey-Paulding“-Sprechchören förmlich in die Innenräume getragen. In der Arena warteten dann schon seine Familie um Ehefrau Kara und ein großes Spruchband mit dem Slogan „Danke Rickey!“.
Emotionale Worte
Während des TV-Interviews wurde Paulding ein Einspieler vorgespielt. Ehemalige Oldenburger Weggefährten wie Frantz Massenat, Chris Kramer und Ex-Coach Mladen Drijencic richteten persönliche Worte an das Baskets-Urgestein. „Das war schön“, sagte ein sichtlich bewegter Paulding, der erst einmal schlucken musste und nach Worten suchte. Heim-Coach John Patrick würdigte ihn als den Michael Jordan der Bundesliga.
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Emotionales Heimspiel
Zwei Tage vorher rang Paulding schon einmal mit seinen Gefühlen. „Ich habe mir vorher gesagt, dass es ein ganz normales Spiel ist, wie jedes andere auch – aber das war es nicht“, fasste er den emotionalen Abschied in der großen Arena vor heimischen Publikum zusammen: „Kurz vor Spielbeginn war ich sehr nervös. Als dann die Choreo erschien und die Fans applaudierten, da war ich den Tränen nah.“ In der Kabine, als seine Teamkollegen bereits den Raum verlassen hatten, habe er sein letztes Heimspiel dann noch einmal Revue passieren lassen, erklärte Paulding.
Emotionales Ende
Am Sonntag in Süddeutschland war der Fokus aber schnell wieder aufs sportliche gerichtet – vor allem bei den Gastgebern. Ludwigsburg brauchte ein weiteres Erfolgserlebnis, um die Konkurrenz auf Distanz zu halten. Schließlich ging es für die Riesen noch um den Heimvorteil (ab Platz vier) in der ersten Playoff-Runde. Für die Baskets war das Spiel sportlich hingegen bedeutungslos, allerdings wollten die Oldenburger den mitgereisten Fans und ihrem Idol noch ein schönes letztes Saisonspiel präsentieren. „Wir versuchen alles für Rickey zu geben, um ihm ein Happy End zu ermöglichen“, sagte Sebastian Herrera in der Halbzeitpause – er sollte sein Versprechen halten. Die Oldenburger wirbelten durch die Ludwigsburger Arena, T.J. Holyfield traf starke 83 Prozent von der Dreierlinie (5/6) und war mit 25 Punkten der beste Scorer der Partie. Paulding kam bei seinem letzten Auftritt in 28:52 Einsatzminuten auf acht Zähler und wurde mit stehenden Ovationen und Sprechchören verabschiedet – es wurde wieder sehr emotional.
