OLDENBURG - Drei Jahre spielte der gebürtige Bremer für die Erste der Blauen. Danach blieb Kulla beruflich der Stadt treu.
Von heinz Arndt
OLDENBURG - Manchmal gerät Bernhard Kulla ins Grübeln. Das ist immer dann der Fall, wenn der Chef des Architektur-Büros Kulla, Herr & Partner auf die Planzeichnungen schaut, mit der er die Brache an der Donnerschweer Straße zum neuen Stadtteilzentrum machen wird. Die Brache heißt heute Schandfleck und wurde früher die „Hölle des Nordens“ gerufen. Und auf dem engen Fußball-Platz des VfB Oldenburg rannte sich Bernhard Kulla drei Jahre im Mittelfeld die Seele aus dem Leib. In der Oberliga und 1980/81 sogar in der Zweiten Bundesliga.„Ich kann mich noch gut an die einzigartige Atmosphäre erinnern. Wer einmal in der Hölle des Nordens gespielt hat, vergisst das nicht“, erinnert sich der 52-Jährige. „Aber jetzt ist es gut, dass hier was anderes passiert. Ein neues Stadion hätte schon von der Struktur hier nicht hingepasst.“ Kulla ist dennoch Kicker genug: „Die derzeitigen Überlegungen für ein neues Fußball-Stadion an der Maastrichter Straße sind natürlich wünschenswert.“ Ob sie auch realisierbar seien, sei eine andere Frage.
Für ihn waren die Jahre am Ball „wunderschön, ich möchte sie auf keinen Fall missen. Doch in dem Berufsfeld, in dem ich mich jetzt bewege – und das mache ich jetzt auch schon über 20 Jahre – fühle ich ebenso wohl, was Schöneres kann ich mir nicht vorstellen.“
Alles Fußballerische begann für den gebürtigen Bremer beim Blumenthaler SV. Von hieraus wechselte er zum VfL Wolfsburg, wo er als Profi in der Zweiten Bundesliga spielte. Im Sommer 1977 kam er zum VfB Oldenburg. „Der Grund für diesen Wechsel war mein Architektur-Studium an der Fachhochschule“, blickt er zurück.
Im Sommer 1980 schloss er sein Studium ab und stieg mit dem VfB erstmalig in die zweite Liga auf. Nur aufgrund der neuen Klasseneinteilung mussten die Oldenburger bereits ein Jahr später wieder absteigen.
Bernhard Kulla hatte sich zu diesem Zeitpunkt schon vom Leistungs-Fußball verabschiedet, konzentrierte sich voll und ganz auf die Architektur. Zunächst als Angestellter gründete er schon bald mit seinem Partner Jürgen Herr ein eigenes Büro, das mittlerweile zwölf Architekten beschäftigt. „Dass es damals eine schöne Zeit war, zeigen die vielen Kontakte zu den Mitspielern, die noch heute bestehen. Da sind echte Freundschaften entstanden“, freut sich Kulla. Klar ist, dass er in Oldenburg über den Fußball beruflich wie auch privat eine neue Heimat gefunden hat.
Im Laufe der Jahre hat Bernhard Kulla mit seinem Büro so manches markante Bauwerk in Oldenburg und im Norden Deutschlands geplant. Seit Jahren gehören gewerbliche Hochbauten zu den Schwerpunkten des Büros – beispielsweise das Logistik-Zentrum von Edeka vor den Toren von Oldenburg und ein ähnliches Zentrum für einen Drogisten in Hamburg. Gerade in Hamburg ist man bereits seit fünf Jahren im Bereich von gewerblichen Bauten tätig.
Sportlich ist Bernhard Kulla dem Fußball dann doch treu geblieben: bei den Oldies des VfB und – gemeinsam mit ehemaligen Fußballern – im Tennis beim OTeV. Seine beiden Töchter Lena (16) und Nora (13) treten derweil in seine sportlichen Fußstapfen und spielen erfolgreich Tennis.
{ID}
1821435
{NAME}
A-B
{LEVEL NAME}
NWZ/OLDENBURG/.4
