OLDENBURG - OLDENBURG - Den 20. April 1992 wird Ewa Hawrylewicz nie vergessen. An diesem Tage änderte sich das Leben ihrer Familie von einer Sekunde auf die andere. Ihr Mann Jerzy, ehemaliger Fußball-Profi des damaligen Zweitligisten VfB Oldenburg, brach während eines Landesligaspiels der VfB-Reserve gegen HSC Hannover auf dem Spielfeld zusammen. Seitdem liegt er im Wachkoma.

Jetzt jährt sich dieser Schicksalstag zum 14. Mal. In Vergessenheit sind Jerzy und seine Familie – zu der auch die Kinder Joana (26 Jahre), Lukasz (24) und Monika (15) gehören – jedoch nicht. Noch immer gehen Spenden auf das spezielle Spendenkonto ein. So hat der Bad Zwischenahner Hotelier Hans-Georg Brinkmeyer bestimmt, dass der Erlös der von ihm veranstalteten Talkrunde „Talk am Meer“ am 25. April u.a. mit den Ex-Nationalspielern Dieter Burdenski, Max Lorenz und Uwe Reinders sowie den Trainern Peter Neururer (Hannover 96) und Willi Reimann (Ex-HSV) an die Familie geht.

Der damalige VfB-Trainer Klaus-Peter Nemet hatte am 20. April 1992 durch schnellen Einsatz den damals 33-Jährigen reanimiert. „Puls und Herzschlag waren weg. Ich habe dann Mund-zu-Mund-Beatmung und Herzmassage gemacht“, erinnert er sich.

Diese Soforthilfe schlug an. Der Pole hatte einen Herzinfarkt erlitten. Doch das Gehirn war einige Minuten ohne Sauerstoff geblieben, und so leidet er seitdem am so genannten Apallischen Syndrom, schwebt zwischen Bewusstsein und einer Art Tiefschlaf.

„Er ist nicht mehr rehabilitierbar“, erklärten die Ärzte im Januar 1995. Daraufhin entschied Krankenschwester. Ewa Hawrylewicz, ihren schwerbehinderten Mann nach Hause zu holen. Dazu wurde das Haus in Metjendorf patientengerecht umgebaut. Seitdem liegt der ehemalige Fußball-Profi in seinem Bett im Wohnzimmer, ist so ständig im Kreise seiner Familie. „Wir reden zu ihm wie zu einem gesunden Menschen. Er darf nicht das Gefühl haben, krank zu sein. Wenn wir resignieren würden, wäre das sehr schlecht“, sagt Ewa Hawrylewicz tapfer.

„Geändert an seinem Zustand hat sich in all den Jahren nichts, ich habe aber das Gefühl, dass es ihm gut geht.“

In den letzten Jahren sind erfreulicherweise viele Spenden zusammengekommen. Die Nummer des Spendenkonto Jerzy Hawrylewics bei der OLB lautet: 12 48 28 24 00; die Bankleitzahl ist 280 200 50.