Oldenburg - Er scheint Gefallen an Deutschland gefunden zu haben: Mit einer herausragenden Vorstellung hat Mike Taylor die Baskets Akademie/OTB in das Playoff-Finale der ProB geführt. Der scheidende US-Amerikaner zögerte mit seinen 30 Punkten im dritten Halbfinalspiel gegen Rist Wedel – darunter auch die siegbringenden Treffer – seinen angekündigten Abschied zum Saisonende weiter heraus. Im mit mehr als 800 Zuschauern besetzten Hexenkessel in Wedel gelang den Oldenburger Basketballern am Ostermontag beim 84:70 der umjubelte Finaleinzug. Nach ihrer 63:74-Niederlage in der ersten Partie hatten die „Akademiker“ am Sonnabend durch einen 82:70-Erfolg in der Sporthalle Haarenufer überhaupt erst ein drittes Spiel erzwungen.

„Es ist unbeschreiblich, was wir in dieser so schweren Saison erreicht haben“, sagte Cheftrainer Mladen Drijencic und blickte auf den Beginn der Spielzeit zurück: „Nach dem Abgang von Mike Hart fehlte uns zunächst ein entscheidendes Puzzlestück. Dazu kam der Abschied von Stephan Kreutzer zum Jahreswechsel. Trotzdem stehen wir jetzt im Finale.“

Dort tritt Drijencic mit seiner Auswahl zunächst am kommenden Sonnabend (19.30 Uhr) in Baunach beim Kooperationsteam von Bundesligist Baskets Bamberg an. Die Oberfranken hatten sich ebenfalls im dritten Halbfinalspiel durchgesetzt und nach Verlängerung Schwelm 99:98 bezwungen. Das Rückspiel der nur in zwei Partien ausgetragenen Finalserie findet am 3. Mai (Sonnabend, 18 Uhr, Sporthalle Haarenufer) statt.

Schon beim Heimspiel an diesem Sonnabend merkte man dem Oldenburger Team an, dass es sich nicht vorzeitig aus den Playoffs verabschieden wollte. Mit dem Rücken zur Wand und der Unterstützung von mehr als 500 Zuschauern – darunter auch das komplette Team der EWE Baskets – überzeugten die „Akademiker“ und brachten besonders die von Drijencic geforderte Härte mit.

„Wir haben unseren Game-Plan umgesetzt. Nachdem wir im ersten Spiel zu weich begonnen und unkonzentriert agiert haben, konnten wir diese Fehler am Sonnabend abstellen“, erklärte der Coach. Angeführt vom treffsicheren Kevin Smit (21 Punkte/5 von 6 Dreier) sicherten sich die Oldenburger mit insgesamt 14 erfolgreichen Dreipunktewürfen bei einer starken Trefferquote von 51,9 Prozent und einer knallharten Verteidigung ein entscheidendes drittes Spiel in Wedel.

Und am Montag ergriffen die Oldenburger ihre Chance: Schon im ersten Viertel gestatteten sie Rist – wie auch im restlichen Verlauf der Partie – keine einzige Führung, sondern setzten sich auf 26:19 ab. Zur Halbzeit stand es 46:35. „Wir sind sehr gut gestartet und haben stark verteidigt. Offensiv haben wir gute Entscheidungen getroffen“, beschrieb Drijencic das Erfolgsrezept der ersten 20 Minuten.

Nach dem Seitenwechsel spürten die Oldenburger allerdings den Druck und ließen Wedel wieder in die Partie kommen. Das brachte auch das Publikum ins Spiel, das die Halle in ein Tollhaus verwandelte. „Wir haben ab und zu den Kopf verloren, als Wedel angefangen hat, aggressiver zu agieren“, sagte Drijencic. Dazu kamen Foulprobleme auf den großen Positionen, wobei sich auch das Fehlen von Jan Niklas Wimberg (verletzt) bemerkbar machte.

Als Wedel im Schlussviertel bis auf sechs Punkte herankam, war es Taylor, der Verantwortung übernahm. „Er war überragend“, meinte Drijencic. Der 27-Jährige rettete die „Akademiker“ über ihre Durststrecke hinweg und führte sein Team ins Finale.

Arne Erik Jürgens
Arne Erik Jürgens Thementeam Polizei/Justiz