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Sportlerfamilie Kinder wandeln auf Vaters Spuren

Jannik Deters

OLDENBURG - Schon im Hausflur der Smits merkt man, dass hier Vollblut-Sportler beheimatet sind: Fein säuberlich aufgereiht säumen unzählige Sportschuhe, -taschen und Bälle jeder Art den Eingang. „Vorsicht, aufmerksamer Nachbar“ hatte es an der Tür geheißen. Wer das Reich der vierköpfigen Familie betritt, wird jedoch eher vom Gästen überwiegend feindlich gesonnenen Mischlingshund Fiffi eingeschüchtert.

Neben dem zuweilen nervenaufreibenden Theater des kleinen Vierbeiners ist Basketball das bestimmende Thema bei den Smits. Vater Holger, Jahrgang 1956, spielte 18 Jahre für den Oldenburger Turnerbund (OTB), auch in Liga eins (siehe Infobox). Sein Sohn Kevin (20 Jahre) steht im erweiterten Kader der EWE Baskets und hat mit dem Regionalliga-Team des OTB ein ehrgeiziges Ziel: den Aufstieg in die Pro B, die drittstärkste deutsche Klasse. In der vergangenen Spielzeit wurde der Blondschopf zum besten „Newcomer“ gewählt.

Spitzensportler-Studium

Nicht minder erfolgreich und genauso hochklassig, allerdings mit einem kleineren Ball, weiß Tochter Nadine (18) sich und ihre Mannschaft in Szene zu setzen. Wie ihr Bruder bei den Baskets fuhr sie mit ins Trainingslager der Bundesliga-Handballerinnen des VfL Oldenburg und rückt ins Team, wenn das etatmäßige Personal ausfällt. Das vielseitig einsetzbare (Rückraum, Mitte, Kreis), 1,67 Meter große Nachwuchstalent geht eigentlich für die A-Juniorinnen in der Oberliga sowie die „Zweite“ des VfL in der Regionalliga auf Torejagd.

Ein Leben abseits des Sports können sich Nadine und Kevin nicht vorstellen. In Oldenburg studiert der 1,83 Meter große Aufbauspieler „BWL für Spitzensportler“, ein Angebot, das auch namhafte Fußball-Profis wie Jörg Butt und Per Mertesacker wahrgenommen haben. „Dieser Studiengang lässt mir ausreichend Zeit für den Sport“, erklärt Kevin.

Nadine engagiert sich drei Monate nach ihrem bestandenen Abitur an der Liebfrauenschule im Bundesfreiwilligendienst für ihren Verein, den VfL. 2011 kam sie mit den A-Juniorinnen bei den deutschen Meisterschaften bis ins Viertelfinale, im Sommer wurde sie beim renommierten „Juniors Cup“ zur besten Spielerin des Turniers gewählt.

„Die beiden hätten auch malen können, aber seit sie sitzen konnten, spielen sie mit Bällen herum“, erzählt Mutter Doris von früher. Sie finde es wichtig, alles mal auszuprobieren, um die Muskulatur nicht einseitig zu belasten, sagt die Ärztin mit eigener Praxis. Früher übten Nadine und Kevin mehrere Sportarten parallel aus.

Auch im Fernsehen wird im Hause Smit viel Sport geschaut. Die NBA gehört dabei genauso zum TV-Repertoire wie Fußball und Biathlon. Mit einem ganz Großen durfte sich Kevin auch auf dem Parkett schon messen. Beim Trainingslager der Baskets im slowenischen Rogla musste er zumeist gegen Neuzugang Bobby Brown verteidigen. „Gegen ihn zu spielen, hat schon eine andere Qualität. Das hat viel Spaß gemacht“, erzählt der 20-Jährige. Sein Idol aus Kindheitstagen ist aber ein anderer. „Kevin war glühender Fan von Michael Jordan, er hat immer versucht, Jordan nachzuahmen“, erinnert sich Mutter Doris.

Abendliche Stallkämpfe

Für Handballerin Nadine sind die Stallkämpfe zwischen den Sportarten gegen die beiden Männer im Haus zuweilen hart. Besonders Vater Holger mische sich gerne ein. „Abends gibt es schon einmal ungefragt kostenlose Analysen zum Spiel“, wirft Nadine den beiden mit einem Augenzwinkern fehlende Handballkompetenz vor. „Aber ich finde es ja gut, dass sie sich überhaupt damit beschäftigen“, fügt sie schmunzelnd hinzu.

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