OLDENBURG - Viel Beifall erntete auch die TCH-Standardformation. Hendrik Strauß schaffte das Triple.

Von henning Busch

und Heinz Arndt

OLDENBURG - Viel Gespür in der Kandidaten-Kür bewiesen haben auch bei der zwölften Auflage der Sportlerwahl von Nordwest-Zeitung und Stadtsportbund die Leserinnen und Leser der NWZ . Als am Sonnabend beim „Ball des Sports“ in der Weser-Ems-Halle das gut behütete Geheimnis des Wahlausganges für das Sportjahr 2005 in den vier Kategorien „Sportlerin“, „Sportler“, „Mannschaft“ und „Nachwuchssportler“ gelüftet wurde, waren insbesondere zwei der auserwählten Gewinner von ihrem Erfolg spürbar überwältigt.

So wurde Alke Behrens vom Rollstuhlsportclub Oldenburg (RSC) von den knapp 600 begeisterten Ballgästen mit Standing Ovations und lang anhaltendem Beifall empfangen. Die Friesländerin hatte 2005 mit der deutschen Rollstuhlbasketball-Nationalmannschaft den Europameistertitel gewonnen. „Ich weiß gar nicht, was ich sagen soll, damit habe ich nun wirklich nicht gerechnet“, sagte die 26-Jährige, die sich schon gestern Vormittag wieder mit dem deutschen Nationalteam in Sachen WM-Vorbereitung ins Trainingslager in die Türkei begeben hatte. „Aber ich freue mich natürlich riesig.“ Zweite in der Frauen-Konkurrenz wurde Heike Schmidt, die im vergangenen Jahr ihre erfolgreiche aktive Handball-Karriere beendet hatte.

Einen schönen Abschluss seiner aktiven Laufbahn durfte auch Voltigierer Jan Bayer von der Reit- und Fahrschule Oldenburg (RFO) in der Männer-Konkurrenz feiern. Der Vize-Europameister von 2005 wird fortan sein Können und Wissen als Trainer an den starken RFO-Nachwuchs weitergeben. „Dass ich vor diesem Hintergrund noch einmal zum Sportler des Jahres gewählt worden bin, ist wirklich eine tolle Sache. Das ist ein echter Höhepunkt meiner Karriere. Es zeigt aber auch auf, dass das Voltigieren in Oldenburg zunehmend Anerkennung findet.“

Bayers Vorsprung (816 Stimmen) war nur hauchdünn vor dem zweitplatzierten Tammo König. Der erfolgreiche Triathlet vom 1. TCO „Die Bären“ brachte es am Ende auf 791 Punkte. Dritter wurde Tim Carstens vom Hörgeschädigten Sport- und Freizeitclub (HSFC), Zweitplatzierter und Publikumsliebling der Vorjahres-Veranstaltung. Der Handballtorwart der deutschen Gehörlosen-Nationalmannschaft wurde von den Ball-Gästen erneut in der Gebärdensprache beglückwünscht: mit hochgereckten Armen und sich drehenden Handflächen.

Der größte Beifall brandete auf, als Moderator Norbert Wahn, NWZ -Chef vom Dienst, die Mannschaft des Jahres 2005 verkündete. Trotz der großen Konkurrenz in Form der beiden Bundesliga-Mannschaften VfL Oldenburg (Handball) und EWE Baskets (Basketball) entschieden sich die Leserinnen und Leser dieser Zeitung für die Standardformation des Tanzclubs Harmonia (TCH). Angefeuert von einer großen Fanschar reckte Trainer Holger Jäckel nach der Pokalübergabe die Siegertrophäe stolz in die Höhe. Die Zweitliga-Aufsteiger hatten sich mit einem deutlichen Vorsprung vor den Vorjahres-Siegerinnen, den Gymnastinnen Nadine Kühn und Hilke Kayser vom Oldenburger TB, durchgesetzt.

Im Team des Drittplatzierten, den Bundesliga-Handballerinnen des VfL, war im Übrigen in Rita Köster-Forst die erste „Oldenburger Sportlerin des Jahres“ aus dem Jahre 1991 vertreten. Zudem waren die Spielerinnen von Leszek Krowicki genau wie die Voltigierer trotz sportlicher Verpflichtungen am Sonntag zum „Ball des Sports“ gekommen. Ebenso zeigten die Erstliga-Korbjäger der EWE Baskets trotz ihrer sportlichen Krise Flagge, blieben längere Zeit Gäste des Balles und ernteten viel aufmunternden Beifall für die anstehenden Playoff-Spiele gegen Alba Berlin.

In der Kategorie „Nachwuchssportler des Jahres 2005“ schaffte der Rhönradturner Hendrik Strauß von Schwarz-Weiß Oldenburg das Triple. Der 17-jährige Deutsche Meister sicherte sich den begehrten Titel nach 2000 und 2003 zum dritten Mal und darf den großen Wanderpokal zur Belohnung nun in seinen bereits prall gefüllten Trophäen-Schrank integrieren.