Oldenburg - In einem packenden, engen und teilweise sogar dramatischen Duell mit ihren Kontrahenten vom SV Wiefelstede haben sich die Sportschützen des SV Etzhorn die alleinige Tabellenführung in der Verbandsoberliga des Nordwestdeutschen Schützenbundes gesichert. Beim auf dem heimischen Schießstand ausgetragenen dritten Wettkampftag der laufenden Saison setzten sich die Oldenburger gegen den zuvor ebenfalls noch verlustpunktfreien Nachbarn aus dem Ammerland ganz knapp mit 3:2 durch, holten später auch noch einen 4:1-Pflichtsieg gegen Schüttorf und haben beim Kampf um die Meisterschaft nun die Nase vorn.

„Von Beginn an entwickelte sich ein spannendes Match. Die Zuschauer spürten, die Teams hatten Respekt voreinander“, sagte SVE-Trainer Werner Fredehorst zur Spitzenbegegnung mit den Wiefelstedern, die durch Rene Wempen in Front gegangen waren. Der Ammerländer legte im Duell mit Anthea Hülstede einen starken Start hin und gab seine Führung nicht mehr ab.

Den Etzhorner Matthias Keller plagten zwar Schulterprobleme, doch er ließ seiner Kontrahentin Selina Venekamp trotz starker Gegenwehr keine Chance und glich zum 1:1 aus. Danach schlugen die Wiefelsteder aber erneut eiskalt zu. Katharina Eilers ging in ihrem Match gegen Carsten Rohde in Führung, doch dann setzte sich die starke Tagesform des Rivalen durch.

Anke Horstmann durfte damit ihr Duell mit Stefan van de Belt nicht verlieren und lieferte sich mit dem Mitglied der niederländischen Nationalmannschaft ein packendes Duell. „Ständig wechselte die Führung – Zuschauer und Aktive erlebten ein spannendes Ende“, meinte Fredehorst. Horstmann hatte sich einen Vorsprung herausgearbeitet, verbuchte mit dem drittletzten aber nur eine 8. Bei den Wiefelstedern keimte noch einmal Hoffnung auf, doch die Etzhornerin entschied die Begegnung nervenstark mit zwei Treffern in die 10.

Somit fiel die Entscheidung im Zweikampf von Nadja Schulte mit der Ammerländerin Michelle Gudatke. Letztere startete schwach, erkämpfte sich aber mit einer starken Aufholjagd einen Gleichstand, so dass es ins Stechen ging. „Beide wussten, wenn ich das verliere, geht auch der Mannschaftssieg an das andere Team“, umschrieb Fredehorst den packenden Krimi.

Schulte löste als erste den Schuss und war nicht zufrieden. Ein Raunen ging durch den Zuschauerbereich – doch der Druck für Gudatke war jetzt noch höher. Die Wiefelsteder hielt der mentalen Last nicht stand und verbuchte einen schlechteren Schusswert als ihre Rivalin – die Etzhorner durften jubeln.

Es folgten durchaus ebenfalls umkämpfte 4:1-Siege des SV Bramstedt gegen die SSG Schüttorf und der Wiefelsteder gegen den Tabellendritten aus Bramstedt, ehe die Gastgeber mit dem gleichen Ergebnis die Schüttorfer abfertigten. „Hier fehlte die Spannung der vorherigen Paarungen“, resümierte Fredehorst.

Vor dem letzten Wettkampftag am 6. Januar in Weyhe, bei dem alle Teams nur noch eine Begegnung bestreiten müssen, haben die Etzhorner mit 12:0 Punkten die Qualifikation für den Aufstiegskampf zur 2. Bundesliga bereits in der Tasche. Nur der SV Wiefelstede (10:2, tritt gegen den SV Ladekop II an) kann den Oldenburgern (gegen den SV Stuhr) noch die Meisterschaft nehmen, muss seinerseits im Kampf um das zweite Ticket zum Aufstiegskampf aber Bramstedt (8:4, gegen den SV Wörpedorf) auf Distanz halten.