OLDENBURG - Die ehemalige Profi-Box-Weltmeisterin (von 2004 bis 2007) Heidi Hartmann hat jüngst an der Universität Oldenburg mit der Note sehr gut (magna cum laude) promoviert. Als studierte Sportwissenschaftlerin hatte Hartmann bereits während ihrer Laufbahn als Profiboxerin angefangen, sich auch wissenschaftlich mit dem Thema Frauenboxen zu beschäftigen.
Professor Dr. Thomas Alkemeyer, Institutleiter der Sportwissenschaften (Fakultät IV, Human- und Gesellschaftswissenschaften) der Universität, betreute sie während des Forschungsprozesses über viele Jahre. Mit dem Titel: „Die Entstehung eines neuen Feldes: Frauenboxen in Deutschland – Chancen und Grenzen einer Karriere“ legte Hartmann eine mehr als 300 Seiten (zuzüglich eines ebenso umfangreichen Anhangs) umfassende Arbeit vor. Diese analysiert detailliert zum einen den Entwicklungsprozess des Frauenboxens in Deutschland, insbesondere dessen Entstehungsbedingungen von den 1990er Jahren bis heute. Andererseits stehen die Boxerinnen mit ihren Karrieren im Fokus der wissenschaftlichen Untersuchung.
Um Aussagen über dieses komplexe Feld, das ja als Besonderheit die Dominanz von Männern aufweist, zu gewinnen, hatte Hartmann zahlreiche umfangreiche Interviews mit Boxerinnen und Experten geführt und die Ergebnisse mit Beobachtungen bei Trainings- und Boxveranstaltungen sowie der Analyse von Dokumenten und Medien verknüpft.
Hartmann – hauptberuflich als Studienrätin am Gymnasium in Dörpen (Emsland) in den Fächern Deutsch und Sport tätig – gibt nach ihrer aktiven Karriere ihre Erfahrungen im Boxen und Kickboxen als Trainerin beim Verein für Traditionellen Budosport (VTB) weiter.
