Oldenburg/St. Peter-Ording - Den rasanten Ritt durch den Wind wie die Strömungen vor St. Peter-Ording gemeistert und den Dauerkontrahenten wie Kumpel aus Bayern endlich einmal hinter sich gelassen hat Kitesurfer Jannis Maus bei den Internationalen Deutschen Meisterschaften. Bei den Titelkämpfen im schleswig-holsteinischen Wind- und Kitesurf-Mekka triumphierte der 25-Jährige am Wochenende in der Disziplin Foilracing vor Florian Gruber. Der Oldenburger und sein Rivale aus Garmisch-Partenkirchen lieferten sich ein Kopf-an-Kopf- oder Board-an-Board-Rennen, das erst im zwölften Durchgang entschieden wurde.
Hartes Duell
„Am Ende kam es tatsächlich auf das allerletzte Rennen der Regatta an“, meinte Maus nach dem atemberaubenden Wettstreit: „Insgesamt ein unglaublich spannender Wettkampf, bei dem Florian und ich uns mit den Rennsiegen immer wieder abgewechselt haben.“ Nachdem der Oldenburger sechs der ersten elf Wettfahrten von Freitag bis Sonntag für sich entschieden hatte, setzte er sich beim finalen zwölften Abschnitt vor der ersten Boje vor dem 27-jährigen Gruber und hielt diesen dann den restlichen Kurs über hinter sich.
Bei der Disziplin Foilracing fahren die Kitesurf-Asse mit mehr als 70 km/h über das Wasser. „Auf ganz bestimmten Boards“, erläutert Jannis Maus und fügt hinzu: „An der Unterseite dieser Boards ist eine Art Tragfläche angebracht: das Hydrofoil.“ Diese speziellen Bauteile heben Board und Fahrer ab einer bestimmten Geschwindigkeit aus dem Wasser. „Das schafft eine Illusion, als würde man fliegen“, verdeutlicht Maus und ergänzt: „Manche kennen es vielleicht aus dem Segelsport.“
Mit ähnlichen Foils am Boot hat Oldenburgs Segel-Star Boris Herrmann auch die vergangene Vendée Globe bestritten. Bei der Non-Stop-Regatta für Einhandsegler rund um den Globus war der 40-Jährige im Winter 2020/21 Fünfter geworden, nachdem er als Drittplatzierter kurz vor der Zielankunft an der französischen Atlantikküste mit einem Fischereiboot kollidiert war.
„Ich bin überglücklich, mich nun endlich einmal gegen Flo durchgesetzt zu haben, nachdem er mir bei den Deutschen Meisterschaften vergangener Jahre immer eine Nasenspitze voraus war“, betonte Maus.
Harte Bedingungen
„Die Bedingungen vor der Küste des Nationalparks in Sankt Peter-Ording waren vielseitig“, erklärte Maus mit Blick darauf, dass am Freitag sechs Rennen bei immer weiter zunehmenden Winden und schwierigen Strömungsbedingungen zu bewältigen waren, ehe der finale Wettkampftag mit dem Titelzweikampf zwischen Maus und Gruber am Sonntag von leichten Winden und Sonnenschein. geprägt war. „Es war es ein absolutes Duell auf Augenhöhe, das uns beide auf die anstehenden internationalen Wettkämpfe hervorragend vorbereitet hat“, meinte Maus.
Harte Vorbereitung
Vom 6. bis 12. September findet die Europameisterschaft im französischen Montpellier statt. Vom 11. bis 17. Oktober steigt die Weltmeisterschaft im italienischen Torregrande. „Besonders die mentale Stärke wird bei so engen Eins-gegen-Eins-Rennen gefordert. Hierbei zählt absolute Höchstleistung, ohne die Nerven zu verlieren“, betont Maus.
Harte Arbeit
Das Kite-Ass, das für seine Leistungen unter anderem zu Oldenburgs Nachwuchssportler des Jahres 2014 gewählt worden war, investiert hier aktuell auch viel Zeit, um seine Masterarbeit abzuschließen. „Ich sitze momentan knapp 50 Stunden die Woche in der Uni“, erklärt der 25-Jährige, der an der Carl-von-Ossietzky-Universität „Erneuerbare Energien“ studiert. Das Thema passt zu seiner rasanten Rennleidenschaft: Experimentelle Windturbulenzforschung.
