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NWZonline.de Sport

VfB Oldenburg setzt Cheftrainer vor die Tür

11.09.2018

Oldenburg Er ahnte wohl, was tags darauf passieren würde, also schob VfL-Sportleiter Detlef Blancke am Sonntag nach dem 1:1 im Oldenburger Regionalliga-Derby gegen die VfB-Fußballer schon einmal vorsorglich allen Abwerbeversuchen des Stadtrivalen einen Riegel vor. „Unseren Trainer bekommen die nicht“, sagte der 65-Jährige mit Blick auf Dario Fossi. Rund 24 Stunden später war es dann amtlich. Nachdem er vor nur etwas mehr als einem Jahr die Nachfolge von Dietmar Hirsch angetreten hatte, musste Stephan Ehlers am Montag seinen Posten als Cheftrainer des VfB räumen.

„Ich glaube, dass wir ein Stück weit unseren Ansprüchen hinterherlaufen“, hatte VfB-Sportleiter Andreas Boll am Sonntag nach dem enttäuschenden Derbyremis beim in der vergangenen Saison von Fossi sensationell in die Regionalliga geführten VfL gesagt: „Wir müssen erst analysieren, woran es gelegen hat. Am Montag setzen wir uns gemeinsam hin.“

Das Verhältnis zwischen Ehlers und Mannschaft sei, „wie es sein muss“, sagte Boll am Sonntag. Dass das Ergebnis der Analyse der Rauswurf des Cheftrainers sein würde, darauf ließen Sätze des Sportleiters wie „Es geht hier nicht um persönliche Befindlichkeiten“ und „Fakt ist, dass das so nicht passieren darf“ aber absolut schließen.

Schon seit Saisonbeginn gab es immer wieder Gerüchte über Unstimmigkeiten zwischen Ehlers und Teilen der Vereinsführung. Bislang hatte die Clubspitze aber wohl Ehlers noch eine Gnadenfrist eingeräumt oder einfach noch nicht den richtigen Zeitpunkt für eine Demission gefunden.

In Fan-Kreisen war zudem immer wieder die Befürchtung oder der Vorwurf zu hören, dass Ehlers es „nur mit Talenten kann“. Der 48-Jährige hatte vor seinem Wechsel in den Männersektor (vor dem VfB war er kurz Cheftrainer bei Ligarivale BSV Rehden) erfolgreich als Jugendtrainer beim VfL sowie beim JFV Nordwest gearbeitet.

Geholt worden war Ehlers Ende August 2017 noch unter dem Vorstand um Wilfried Barysch, Geschäftsführer Philipp Herrnberger und Sportleiter Ralf Voigt. Alle sind beim Traditionsclub schon längst nicht mehr im Amt. Jetzt hat es auch den Cheftrainer getroffen.

Die aktuelle sportliche Krise mit nur acht Punkten aus acht Spielen, die aktuell den drittletzten Tabellenplatz bedeuten, wird begleitet von der Aufarbeitung einer tiefgreifenden finanziellen Schieflage, die der im Februar installierte neue Vorstand unter Klaus Berster vorgefunden hatte, sowie anderen Störfeuern im Umfeld.

Vor dem Heimspiel vor einer Wochen gegen Werder Bremens U 23 hatten Teile der Fans einen Stimmungsboykott angekündigt. Hintergrund der Unzufriedenheit in der Anhängerschaft ist ein Zwist mit der Vereinsführung, der vor allem im Zusammenhang mit der Ende August auf einer Delegiertenversammlung beschlossenen Ausgliederung des Regionalliga-Spielbetriebs in eine eigene GmbH steht.

Für den sportlichen Aufschwung muss nun ein anderer Cheftrainer sorgen. In den vergangenen Wochen fiel hinter vorgehaltener Hand immer wieder der Name Marco Elia als kostengünstige Lösung. Der 42-Jährige, der in seiner Torwart-Laufbahn auch beim VfB zwischen den Pfosten gestanden hatte, war in der vergangenen Saison Trainer der zweiten Mannschaft gewesen. Nachdem diese aufgrund der finanziellen Nöte vom Bezirksliga-Spielbetrieb abgemeldet worden war (auch das hatte den Unmut der Fans erregt), rückte er ins Trainerteam um Ehlers-Assistent Christian Thölking auf. Dieser muss nun auch gehen. Elia, der im Sommer die für die Regionalliga notwendige A-Lizenz gemacht hat, soll erst einmal mit Cumhur Demir die Verantwortung übernehmen.

Als Kandidat auf den Cheftrainer-Posten wurde zuletzt auch Mike Barten gehandelt, der in den vergangenen beiden Spielzeiten als U-23-Trainer bei Hannover 96 ebenfalls in der Regionalliga Nord gearbeitet hat, aber dort durch Christoph Dabrowski ersetzt wurde und stattdessen die in der B-Junioren-Bundesliga spielende U 17 übernahm.

Eins der ersten Spiele des 44-jährigen Ex-Profis als Coach der U 23 in Hannover war ein 2:0-Sieg am 5. August 2016 beim VfB. Es folgten ein 1:1 und ein 3:2-Auswärtssieg der Oldenburger in der Landeshauptstadt, ehe ein 2:1-Triumph am Marschweg eins der letzten Spiele von Barten auf der U-23-Bank war.

Der gebürtige Lübecker machte in seiner aktiven Laufbahn, in der er von 1988 bis 2003 bei Werder Bremen war, für den Club von der Weser insgesamt 34 Bundesliga-Spiele. Trainer-Erfahrungen sammelte er auch beim FC Oberneuland im Bremer Osten, bei Hansa Rostock und beim TSV Melchiorshausen (Landkreis Diepholz).

Jan-Karsten zur Brügge
Redakteur
Sportredaktion
Tel:
0441 9988 2034

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